Vollständiger Wechsel zu regenerativen Energien?

Es gilt schon jetzt als das Vermächtnis des vor wenigen Tagen unerwartet verstorbenen Hermann Scheer. Sein Buch “Der energhetische Imperativ: 100 jetzt: Wie der vollständige Wechsel hin zu regenerativen Energien möglich ist.” Franz Alt rezitiert in seinem Blog den leidenschaftlichen Verfechter einer energiepolitischen Wende dergestalt, dass ganz Europa bis 2030 zu einhundert Prozent aus regenerativen Energiequellen gespeist werden könnte. Wenn nur die politischen Weichen richtig gestellt würden.

Hermann Scheer spricht in seinem neuen Buch gewissermaßen posthum über den “weit greifendsten, wirtschaftlichen Strukturwandel seit Beginn des Industriezeitalters“. Gemeint ist der Wandel in der Energiewirtschaft von einigen, wenigen Anbietern hin zu einer Vielzahl von Anbietern und Empfängern, gewissermaßen der Sozialisierung der Energiewirtschaft. Gewinner einer solch umfassenden Wende wären Millionen Hausbesitzer, Handwerker, Bauern und der gesamte Mittelstand, so Scheer. Schon heute ist in Südspanien oder auch in Kalifornien und Israel der Strom vom eigenen Dach günstiger, als der konventionelle aus der Steckdose.

Das Buch prognostziert, dass der Anteil erneuerbaren Stroms in Deutschland von heute 19 bis 2020 auf 60 Prozent gesteigert werden könne. Voraussetzungen wären eine 30 Prozent gesteigerte Energieeffizienz, ein sogenanntes “Repowering” älterer, kleiner Windkrafträder, die Verdoppelung der kleinen Wasserkraft und der Ausbau der Windkraft in allen Bundesländern wie in den letzten zehn Jahren in Sachsen-Anhalt. Das Magazin „Scientific America“ gab 2009 Hermann Scheer recht: Der gesamte Weltenergieverbrauch könne bis 2030 erneuerbar produziert werden.

Erneuerbare Energien, so Scheers Tenor, brauchen kleine, dezentrale Strukturen. Darin lägen auch die entscheidenden gesellschaftspolitischen Chancen. „Dass sich die erneuerbaren Energien vollständig durchsetzten, habe “die Natur vorentschieden”. Franz Alt sieht Hermann Scheer als Pionier und politischen Realisten an. Für den 100-prozentigen Umstieg seien vier ordnungspolitische Grundsätze entscheidend (Quelle Franz Alt, sonnenseite.com):

  • den bleibenden Vorrang für erneuerbare Energien im Strommarkt
  • den Vorrang für erneuerbare Energien in der Raumordnungspolitik und öffentlichen Bauleitplanung
  • eine grundlegende  Umwandlung der Energiesteuern zu einer Schadstoffbesteuerung und
  • eine stringente Gestaltung der Energie-Infrastruktur als Gemeinschaftsgut.

Scheers Buch und politisches Vermächtnis sei, so Franz Alt, gut lesbar und spannend. Er bezeichnet es gar als doe “wichtigste Agenda 21“. Ein Buch, das Hoffnung mache und Bedenkenträger widerlege. Vor alem läute es das Ende der Ausreden ein. Weiter Informationen bei Franz Alt im Blog.

Wir können die Zahlen nicht beurteilen. Die These allerdings, dass der politische Wille bei Fragen einer möglichen Energiewende eine Hauptrolle spielt, ist offensichtlich. Danke, Hermann Scheer: 4 Stämmchen.

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