„The Great Hubble Barrier“ gegen Plastik in Gewässern

3.500 Kilogramm Abfall sammeln Boote täglich aus den Grachten Amsterdams. Alles Reste von sorglos weggworfenem Müll der sich in den Gewässern staut. Das Abfischen ist eine Mammutaufgabe für die Wissenschaftler die jetzt eine Lösung bereithalten und die klingt erst einmal irritierend, denn zum Einsatz kommen lediglich Luftblasen.

Im Jahr 2016 begann das Projekt “The Great Hubble Barrier” mit einem ersten Prototypen, der 2019 schließlich in eine erste feste Installation mündete. Die befindet sich jetzt am Westerdok-Kanal. Am Grund des Kanals haben die Wissenschaftler einen Schlauch festgemacht, durch den Luft gepresst wird. Der Schlauch ist durchlöchert wie ein Sieb, jedem Loch entweicht die gepresste Luft. Dadurch entsteht eine Art Vorhang aus Luftblasen, die dann zu Tausenden an die Wasseroberfläche steigen. Dabei transportieren sie den Müll mit, denn der verfängt sich zwischen den Luftblasen. Zumindest all jener Müll der größer ist als ein Millimeter. Durch die Platzierung des Schlauchs diagonal zur Wasserströmung schwimmt der gesamte Müll in ein Sammelbecken. Dort können es dann die Müllboote einfach einsammeln und wegtransportieren. Der Vorteil ist, dass auch Müll unterhalb der Wasseroberfläche zuverlässig abgefischt werden kann. Und das Tag und Nacht. Denn das “The Great Hubble Barrier” System ist immer im Einsatz und wird niemals müde, selbst bei schlechtem Wetter.

So viele Vorteile und doch ein großer Nachteil

Doch so gut es auch funktioniert, das System hat so seine Nachteile. Mikroplastikteile schafft der Luftvorhang nämlich nicht. Diese kleinsten Partikelchen sind schädlich für die Umwelt aber so klein, dass das System sie einfach übersieht, sie weiter im Wasser treiben und dort für die Lebewesen zur echten Gefahr werden. Apropos Lebewesen, die sollen sich an den Luftbläschen nicht weiter stören. Sie können ungehindert den Luftvorhang passieren und dürfen sich zumindest darüber freuen, nicht mehr mit den Flossen im Plastik hängen zu bleiben und sich Verletzungen zuzufügen oder sogar qualvoll zu verenden. Und die Amsterdammer freut es auch, denn die Grachten sind das Wahrzeichen der Stadt und da möchte wirklich niemand noch mehr Müll und Unrat sehen der irgendwann zum Himmel stinkt.

Fünf von fünf Stämmchen für diese wahnsinnig durchdachte und sinnvolle Projekt, das sicherlich an vielen Orten dienen werden kann!

Bildurheber: travnikovstudio / 123RF Standard-Bild

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