Neuheit: Mit einem Algenhaus Energie gewinnen

Der Prototyp eines Algenhauses ist auf der internationalen Bauausstellung in Hamburg zu sehen. Diese Gebäudevariante gilt als sehr interessante Innovation und Weltneuheit. Algen brauchen nur wenig Nährstoffe, Kohlendioxid und Sonnenlicht. Daher könnten ausgesprochen günstig Wärme und wichtige Biomasse entstehen.

Wissenschaftler haben fünf Jahre experimentiert, um eine Algenkultur zu finden, welche Häuser beheizen kann. Martin Kerner und Stefan Hindersin konnten nun diverse Hindernisse überwinden und eine solche Anlage, kurz ein Algenhaus, herstellen. “Dadurch, dass die Anlage weltweit neu ist, können wir auf kein Handbuch zurückgreifen, das müssen wir jetzt selber schreiben”, äußerte sich Stefan Hindersin von der Strategic Science Consult GmbH. Dieses Algenhaus ist eine Weltneuheit, könnte aber in Zukunft ein Modell für den breiten Einsatz werden, da dessen Ausbeute an Wärme und Biomasse extrem hoch ist. “Wenn wir uns die Zahlen ansehen wird deutlich, um zehn Prozent des Lichts kriegen wir als Energie über Biomasse wieder. 38 Prozent des Lichts kehrt als Wärme wieder. Das heiβt also, 48 Prozent des eingestrahlten Lichts werden gewonnen” so Martin Kerner von der Strategic Science Consult GmbH. Wenn man die Photovoltaik dagegen halte, liege man bei ungefähr zwölf bis 15 Prozent Effizienz.

Für Architekten und Bauherren soll die Bauausstellung ein Anreiz sein, damit die vorgestellten Projekte keine Einzelprojekte bleiben. “Das sind energetisch hocheffiziente Gebäude. Sie brauchen wenig, gleichzeitig produzieren sie aber auch auf eine sehr intelligente Art und Weise regenerative Energie. Und zwar so viel, dass diese wiederum eingespeist werden kann in ein Wärmeverbundsystem , von dem wieder andere Groβverbraucher wie zum Beispiel das Schwimmbad profitieren” gibt Uli Hellweg, Geschäftsführer der IBA Hamburg zu bedenken. Man denke insofern nicht nur in der Hausebene, sondern auch in Quartiersebene.

Algenhaus – Interessenten stehen bereit

Für das Algenhaus gibt es bereits Interessenten. Ganz klar, Fassaden von Möbelhäusern oder Lagerhallen könnten so deutlich besser genutzt werden. “Wir sind schon so weit, dass das jetzt zwar ein Prototyp ist, aber im Grunde genommen ein fast fertiges Produkt, erklärt Martin Kerner. Ende April wird es so weit sein: Die ersten Bewohner werden das Algenhaus beziehen. Weitere Informationen gibt es hier.

Ein Algenhaus? Is ja schrill. Da geben wir mal eher satte 4 Stämmchen.

 

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