Ist Bio-Plastik eine einzige Lüge?

Der Begriff Bio-Plastik verspricht ein gutes Gewissen. Wer solche Plastiktüten verwendet, ist sicher, eine umweltfreundliche Möglichkeit für den Transport seiner Einkäufe gefunden zu haben. Eine Studie widerlegt dies jedoch.

Wer der Umwelt möglichst wenig schaden will, verzichtet auf die üblichen Plastiktüten beim Einkauf und benutzt seinen Stoffbeutel. Dennoch kann es passieren, dass mal keiner zur Hand ist. Dann sollen Bio-Plastiktüten als umweltfreundliche Alternative dienen. Ob sie das wirklich sind, zeigt eine aktuelle Studie.

Trügerisches, gutes Gewissen

Wer im Supermarkt notgedrungen auf eine Plastiktüte zurückgreifen muss, ist oftmals hocherfreut, wenn Bio-Plastiktüten angeboten werden. Dann verschwindet das schlechte Gewissen, denn schließlich ist eine solche Tüte ja biologisch abbaubar. Damit wird die Umwelt kaum belastet. Super!

Leider ist diese Annahme nicht ganz korrekt. Natürlich sind Bio-Plastiktüten biologisch abbaubar. Aber das dauert. Dies belegen Wissenschaftler der University of Plymouth in ihrer Studie. Sie haben verschiedene Kunststoffe mit Hilfe von Experimenten untersucht und deren Zersetzung unter verschiedensten Umwelteinflüssen erprobt.

Die Ergebnisse lassen das gute Gefühl, das beim Kauf einer Bio-Plastiktüte entsteht, blitzschnell wieder verschwinden. Denn selbst wenn diese Tüte drei Jahre im Meer oder im Boden vergraben war, ist sie noch immer so stabil, dass sie einer Belastung von zwei Kilogramm ohne Probleme standhält. So hat sich sicherlich bisher kaum jemand die automatische Zersetzung seiner Bio-Plastiktüten vorgestellt.

Kompostierbare Plastiktüten etwas besser

Während der Testreihe kam heraus, dass einzig und allein Plastiktüten aus kompostierbarem Kunststoff in der Erde so stark zersetzt wurden, dass sie keinerlei Belastung mehr standhielten. Der Test im Meerwasser zeigte sogar eine vollständige Zersetzung.

Alle Kunststoffe, die an der Luft getestet wurden, zersetzten sich bereits innerhalb von wenigen Monaten. Als Grund liegt die stärkere Belastung durch die verschiedenen Witterungseinflüsse klar auf der Hand. UV-Strahlung, Sauerstoff und höhere Temperaturen forcieren demnach den Zersetzungsprozess. Dennoch keine empfehlenswerte Alternative zum herkömmlichen Plastik.

Bildurheber: whitcomberd / 123RF Standard-Bild

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