Bisphenol S – ein Umweltgift auf dem Vormarsch

Studien zeigen:  BPA in Thermopapieren wird durch das ebenso schädliche BPS ersetzt

Am 1. Januar tritt das EU-weite Verbot von Bisphenol A in Thermopapieren in Kraft. Die als besonders besorgniserregend eingestufte Chemikalie dient unter anderem in Kassenzetteln als Entwickler, kommt jedoch auch in vielen anderen Produkten des täglichen Lebens zum Einsatz. Über Hautkontakt gelangt der Stoff in den Organismus und entfaltet dort seine hormonähnliche Wirkung. Dies kann Entwicklungsschäden, Gendefekte und Krebserkrankungen auslösen. Neuste Untersuchungen haben nun ergeben, dass das Verbot von BPA wohl zu einer verstärkten Nutzung von Bisphenol S (BPS) geführt hat. Ein Problem, denn Studien zeigen, dass diese nicht deklarationspflichtige Verbindung ebenso schädlich sein soll, wie das unter Beobachtung stehende BPA.

Dass Mensch und Umwelt inzwischen täglich den schädlichen Einflüssen verschiedenster Chemikalien ausgesetzt sind, ist wohl kein Geheimnis. Ob Rückstände von Bioziden, Arzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln oder Mikroplastik: Es ist fast unmöglich geworden, diesen Stoffen zu entgehen. Sie reichern sich im Grundwasser und in der Natur an – und geraten so über die Nahrungskette in den Organismus von Mensch und Tier. Welche Auswirkungen sie dort haben, ist noch nicht vollständig erforscht. Sicher ist nur, dass sie massiven Schäden im Erbgut anrichten können.

BPA und BPS: Umweltgifte in Lebensmitteln und Thermopapieren

Eine Gruppe der Verbindungen, die auf den Beobachtungslisten von Umweltverbänden und Verbraucherschutzorganisationen weltweit stehen, sind Bisphenole. Ein Fokus liegt auf Bisphenol A (BPA), das ein Bestandteil des Kunststoffes Polykarbonat ist. Hergestellt werden zum Beispiel Babyschnuller und Sauger, Bodenbeläge, verschiedenste Arten von Gummi, Konservendosen, Plastikflaschen und andere (Lebensmittel-)Verpackungen. Seit Jahren warnen die Verbände vor BPA, und während einige Länder dessen Verwendung in Lebensmittelverpackungen komplett verboten haben, scheiterte ein generelles Verbot auf EU-Ebene zuletzt 2018. Trotzdem gibt es Erfolge. So trat 2016 eine EU-weit geltende Verordnung in Kraft, nach der Kassenzettel ab 2020 kein BPA mehr enthalten dürfen. Ein Fortschritt, denn laut der europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) soll Thermopapier die zweitgrößte BPA-Belastungsquelle für den Menschen darstellen.

Verbot von BPA für zu einem steigenden Einsatz von BPS

Kurz vor Einsetzen des Verbots gibt es jedoch besorgniserregende Neuigkeiten: Statt auf harmlose Alternativen umzusteigen, setzen viele Hersteller von Thermopapieren auf Bisphenol S, das wie BPA als Entwickler dient. Laut einer Herhebung der ECHA (European Chemicals Agency) hat sich der Einsatz von BPS von 2016 auf 2017 verdoppelt. Dies ist kritisch, denn Studien zeigen, dass BPS durch seine hormonähnliche Wirkung genauso schädlich ist wie BPA. So beobachteten Forscher der University of California in Los Angeles während eines Experiments an Fischen, das Verkümmern von Keimzellen, ein verfrühtes Absterben von Embryonen und weitere Gendefekte. Zudem konnten sie Veränderungen im Östrogensystem und bei den Schilddrüsenhormonen erkennen.

Label „BPA-frei“ ist kein verlässlicher Schutz

Obwohl bestimmte Arten von Bisphenolen auf der Beobachtungsliste stehen, gibt es bislang wohl keinen verlässlichen Schutz. Label wie „BPA-frei“ sind mit Vorsicht zu betrachten, denn sie garantieren nicht, dass nicht andere, ebenso schädliche Chemikalien in dem Produkt enthalten sind. Eine gewisse Sicherheit bietet nur der Verzicht oder ein Umstieg auf unbedenkliche Alternativen wie Glasflaschen und Co. Generell sollte man den Kontakt mit Thermopapieren vermeiden. Das gilt für Pfandbons Eintrittskarten und Parktickets ebenso wie für Kassenzettel. Besonders Kinder und Schwangere sind gefährdet, da das Umweltgift über Hautkontakt in den Organismus gelangt und sich dort anreichert. Bereits geringe Dosen können zu Schäden im Erbgut führen. Gleichermaßen gefährdet sind Menschen, die täglich in Kontakt mit dem Papier kommen wie Verkäufer und Kassierer.

Verbraucherschutz durch digitale Kassenzettel

Solange die EU keine weiteren konkreten Schritte beschließt, müssen Verbraucher, Hersteller und Dienstleiter selbst nach wirksamen Alternativen suchen. Eine solche ist der Verzicht auf  Kassenzettel, zum Beispiel indem man die gedruckte  durch eine digitale Variante ersetzt. Diese wird auf dem Smartphone gespeichert und bieten alle Vorteile des konventionellen Kassenbelegs. Ein Beispiel für diese Lösung ist die App admin des Bremer Unternehmens A&G GmbH. Mit der Entwicklung dieser Anwendung zeigt das Unternehmen nicht nur, dass die technischen Voraussetzungen für eine Abkehr vom gedruckten Kassenzettel möglicherweise längst vorhanden sind, sondern beweist außerdem, dass aktiver Verbraucherschutz möglich ist.

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