Jul 18

Kaum zu glauben, aber uns geht der Sand aus. Für Straßenbau, Hausbau und vielem mehr braucht der Mensch weltweit pro Jahr rund 40 Milliarden Tonnen Sand. Davon werden etwa 15 Milliarden Tonnen der Natur geraubt, aus Flüssen und Meeren abgefischt. Mit dramatischen Folgen für die Umwelt. Doch ein Umdenken scheint weit entfernt, dabei gäbe es doch durchaus Alternativen.

Jeder Einwohner verbraucht täglich etwa 20 Kilo Sand für Glas, Computer-Chips, zum Zähneputzen, aber auch zum Wohnen. Natürlich sind die Zahlen nicht wortwörtlich zu nehmen, sie treffen aber zu umgerechnet auf die Menge an Sand, die pro Jahr auf der Welt für Bauprojekte verbraucht wird. Das liegt vor allem daran, dass zwei Drittel aller Gebäude aus Beton besteht und der größte Anteil im Beton ist Sand. Dabei muss es ein spezieller Sand sein, einer mit einer besonderen Körnung. Wüstensand zum Beispiel, der ist ungeeignet, denn er ist zu glatt und hält nicht. Deshalb ist einer der größten Importeure für Sand ausgerechnet der Wüstenstaat Dubai. Was kurios klingt geht aber inzwischen so weit, dass sich ernsthafte Folgen für die Umwelt ergeben. So geht in einigen Teilen der Weltmeere bereits der Fischbestand so stark zurück, dass die Fischer ihre Einkommensquelle verlieren. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Meeresböden vom Sand befreit werden. Dadurch verschwinden Korallen und Kleinstlebewesen. Die wiederum bilden die Ernährungsgrundlage für Fische und viele weitere Meeresbewohner. Ein unaufhaltsamer Teufelskreis nimmt seinen Lauf. Artensterben, Hunger und ein Ökosystem im Ungleichgewicht sind die Folge.

Von Pilzen und Holz

Dabei gäbe es doch durchaus Alternativen. Die Erste und Wichtigste wäre das Recycling mehr zu fördern. Jedes Gebäude, das abgerissen wird ist somit wieder der Lieferant für die Rohstoffe eines neuen Gebäudes. Diese Möglichkeit ist heute schon leicht durchführbar und wird trotzdem kaum beachtet. Nachwachsende Rohstoffe wären die andere Alternative. Holz und Bambus sind zwei der wertvollsten Baustoffe derzeit, denn beides wächst nach und kann umweltschonend angebaut werden. Gerade Bambus ist sehr widerstandsfähig und leicht zu verbauen. Daneben forschen Unternehmen an anderen natürlichen Ressourcen, wie zum Beispiel Myzelium dessen Grundlage Pilzsporen bilden. Die ließen sich im Labor in einer Petrischale züchten und würden dann die Grundlage neuer Häuser bilden. Noch stecken die Forschungen dazu natürlich in der Kinderschuhen, doch es ist ein großer Vorstoß hin zu mehr Achtung vor den verbliebenen Sandressourcen der Erde, denn die sind eben nicht unendlich.

Wir vergeben 4 von 5 Stämmchen für diesen Ansatz eines wichtigen Umdenkens

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