Mai 04

Die so genannte Waldgartenlandwirtschaft ist ein ganz ursprüngliches Prinzip zur Bewirtschaftung von Böden und zur Erhaltung deren Fruchtbarkeit. In vielen Gebieten der Erde hat man davon allerdings noch nichts gehört. Höchste Zeit also für den aus Thurgau stammenden Landwirt Ernst Götsch in Brasilien die Ära der Monokulturen zu beenden und seinen Hof erfolgreich neu zu bewirtschaften.

Monokulturen laugen die Böden aus und rauben ihnen jegliche Nährstoffe. Das Problem dabei besteht darin, dass immer dieselben Pflanzen auch immer dieselben Nährstoffe brauchen und sind diese nicht mehr ausreichend vorhanden, gehen die Kulturen ein und die Böden verdörren. Das hat zur Folge, dass große Flächen für die Landwirtschaft in vielen Teilen der Erde einfach verloren gehen. Dabei gibt es ja eine einfache Lösung zur Besserung und die stammt aus Deutschland, genauer von Ernst Götsch. Der hat sich nämlich seinen Auswanderertraum erfüllt und in Brasilien ein großes Stück Land mit Hof erworben. Das Problem dabei war, dass dieser Boden komplett ausgezerrt war von Jahrzehnten der Fehlbewirtschaftung. Die Lösung für den Landwirt sah aber keinesfalls so aus, das Land wieder zu verkaufen und sich und seine Familie woanders anzusiedeln. Er bediente sich stattdessen der Technik der so genannten Waldgartenlandwirtschaft.

Neue Fruchtbarkeit geschenkt

Das Grundprinzip ist eine vielfältige Bewirtschaftung der Böden. Alles was dabei an Abfallprodukten anfällt, bleibt wo es ist und durchläuft den Prozess der Fermentierung. Dabei zersetzt sich alles und wird zu neuen Nährstoffen für den Boden umgewandelt. Der Boden erhält seine Fruchtbarkeit zurück, der Ertrag ist gesichert. Das dauert zwar eine Weile, aber es lohnt sich, denn heute bewirtschaftet der Landwirt sehr erfolgreich seinen Hof und baut die unterschiedlichsten Gemüse-, Getreide- und Obstsorten an. Das Grundprinzip hierbei ist so einfach wie genial: Schon seit Millionen von Jahren existieren die unterschiedlichsten Pflanzen auf der Erde. Sie wachsen zunächst. Nach deren Sterben nehmen die Böden die Abfälle wieder in sich auf, um daraus neues Leben zu schaffen. Die Menschen haben bloß vergessen, die Natur gewähren zu lassen und haben den Böden stattdessen ihrer Grundlage zur Fruchtbarkeit beraubt. Bleibt zu hoffen, dass Beispiele wie die von Ernst Götsch dabei helfen können, die Landwirtschaft in vielen Teilen der Welt neu zu überdenken und damit wieder erfolgreich zu betreiben.

Wir bleiben gespannt und vergeben 4 von 5 Stämmchen für diese tolle Idee.

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