12 Fragen an: Clemens Feigl

Im aktuellen Printzipia-Gespräch:  Herr Clemens Feigl, Co-Founder und Chief Marketing Officer von everwave. Einer Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Ozeane mittels innovativer Technologie von Plastikverschmutzung zu befreien.

 

01.Herr Feigl, für welches vorbildhaft ökologische, sinnvolle und/oder nachhaltige Projekt stehen Sie?
Feigl: “Ich bin einer der Mitbegründer von everwave, ein Social Enterprise, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Verschmutzung der Umwelt, insbesondere von Gewässern, durch Plastik, zu lösen.”

 

02.Was ist dabei Ihre Rolle?
Feigl: “Ich bin Mitinitiator und einer der Geschäftsführer des 15-köpfigen Teams von everwave. Unsere Organisation konzentriert sich neben der Öffentlichkeitsarbeit, Sensibilisierung und Vorträgen zum Thema auf EU-Ebene auch auf technologische Lösungen. Mit unserem Müllsammelboot Collectix sind wir auf Cleanup-Mission auf der ganzen Welt. Und die Anfragen werden immer mehr, zum Beispiel aus dem Asiatischen Raum beispielsweise aus Indonesien und Indien aber auch aus Osteuropa. Eine weitere Lösung ist unsere Flussplattform namens „HiveX“. Diese wird momentan patentiert und im Feldtest erprobt. Für uns ist es aber auch wichtig, das gesammelte Material wieder in den Kreislauf zurückzubringen. Auch hier erarbeiten wir gemeinsam mit unseren Partnern Lösungen, um dem Plastik einen zweiten Sinn zu geben.”

03.Wie kamen Sie zu dieser Initiative?
Feigl: “Als gelernter Moderator war ich vor meiner Zeit bei everwave deutschlandweit auf verschiedenen Bühnen unterwegs. Bei einem dieser Auftritte habe ich auch Marcella Hansch, die eigentliche Gründerin des Projekts kennengelernt und interviewt. Ich war sofort begeistert von ihrer Idee und kurz darauf auch schon als ehrenamtlicher Mitarbeiter Teil des noch jungen Teams.”

04. Welche Art von Unterstützung würden Sie sich wünschen?
Feigl: “Zunächst einmal würde ich diese Unterstützung in zwei verschiedene Lager aufteilen. Zum einen gibt es einen politischen und zum anderen einen wirtschaftlichen Aspekt. Auf politischer Ebene braucht es natürlich mehr Unterstützung für unsere Vorhaben um den Schutz der Meere zu intensivieren. Es braucht generell eine strengere Regulierung seitens der Regierung. Beispielsweise sind Einwegprodukte aus Plastik zu einfach und zu preiswert erhältlich. Eine Plastiksteuer ist sinnvoll, greift aber leider auch zu spät. Außerdem ist es gerade für uns als Start-up schwierig an Fördergelder zu kommen, da wir eben kein wirtschaftliches und profitgesteuertes Ziel haben. Auf wirtschaftlicher Seite brauchen wir Partner, die nachhaltig denken und leben. Wir bieten Unternehmen auch an, mit uns ihren „Plastikfußabdruck“ zu kompensieren, ähnlich dem System der C0 2-Zertifikate.” 

05. Was kann der Einzelne pro-aktiv tun, um Sie zu unterstützen?
Feigl: “Grundsätzlich helfen uns Spenden enorm weiter und stellen daher die wahrscheinlich hilfreichste Möglichkeit der Fremdbeteiligung dar. Da sich natürlich nicht jeder finanziell beteiligen kann, ist Umweltbildung, Aufklärung und Entwicklung von Bildungsmaterial genauso wichtig um das Thema Meeresschutz noch weiter ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.”

06. Was stört Sie – national wie global – an der gegenwärtigen Politik?
Feigl: “In der gegenwärtigen Politik werden Entscheidungen meines Erachtens sehr offensichtlich und bewusst hinausgezögert. Die politischen Prozesse dahinter sind zu langsam. Der Vorwurf ist nicht das nichts passiert, sondern eher das wissentlich hinausgezögert wird. Wohingegen in anderen Ländern der Dritten Welt bereits vor 10 Jahren ein Plastiktütenverbot ausgesprochen wurde, ist es bei uns erst ab 2022 der Fall.”

07.Und was finden Sie heute analog politisch gut?
Feigl: “Wir bei everwave sprechen mit jedem und haben daher guten Kontakt zu diversen Parteien. Diese sind auf europäischer Ebene sehr aktiv, denn ohne die Politik und ihre Beschlüsse und Maßnahmen schaffen wir es nicht. Auf EU-Ebene gibt es glückerweise zum Thema Meeresschutz verschiedene Veranstaltungen die den Austausch der Informationen fördern.”

08.Bezeichnen Sie sich als umweltbewusst? Und wenn ja, warum?
Feigl: “Ich achte auf meinen Fleischkonsum und darauf möglichst regional zu essen. Ich tue mein Bestes um mein Privatleben so umweltbewusst wie möglich zu gestalten. Natürlich hat sich durch everwave einiges für mich geändert. Ich kann aus Gründen der Integrität bestimmte Produkte nicht mehr kaufen, da ich weiß wie diese die Umwelt belasten.”

09.Was lässt Clemens Feigl so richtig aus der Haut fahren?
Feigl: “Durch meine jahrelange Bühnenerfahrung reagiere ich bei unerwarteten Situationen relativ routiniert. Generell bin ich aber ein Fan von Ehrlichkeit und Offenheit. Da gibt es gelegentlich „Enttäuschungen“, aber das gehört dazu. Generell bin ich aber ein sehr lösungsorientierter Mensch, dem es wichtig ist über Kommunikation und Dialog eine Lösung zu finden.”

10.Wo war Ihr letzter Urlaub … und wie war’s?
Feigl: “Mein letzter Urlaub im Norden Portugals ist tatsächlich schon etwas länger her. Die Region ist wunderschön. Jede Menge Natur, gutes Essen und viel Ruhe.”

11.Stellen Sie sich vor eine gute Fee beträte den Raum. Sie hätten einen Wunsch frei, welcher wäre das?
Feigl: “Die ganze Thematik rund um den Umweltschutz kann manchmal sehr kompliziert werden. Es gibt viele verschiedene Standpunkte und auch viel gegenseitige Schuldzuweisungen. Das Problem geht uns aber alle an. Ich würde mir wünschen, dass alle Beteiligten, vor allem große Unternehmen, die einen großen Einfluss ausüben können, an einem Strang ziehen und beginnen, lösungsorientiert zu denken.”

12.Haben Sie ein Lebensmotto, das Sie mit uns teilen möchten?
Tatsächlich habe ich kein Lebensmotto und bin auch kein Fan von Vorbildern. Ich versuche einfach mein bestes, jeden Tag ein guter Mensch zu sein.

Herr Feigl, Danke dass sie dabei waren bei „12 Fragen an“.

 

Sind Sie auch ein Nachhaltigkeits-Initiator, ein echter Macher aus Leidenschaft? Oder kennen Sie eine oder einen? Dann mailen Sie uns für eine mögliche Mitwirkung an “12 Fragen an …”. Senden Sie dazu einfach eine eMail an info@printzipia.de.

Wir freuen uns auf Sie.

Teilen macht Freu(n)de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.