Apr 05

Auf Hawaii gibt es angeblich kein Bier, in München steht ein Hofbräuhaus – dafür steht in Houston, Texas ein Wohnhaus das mehr oder weniger aus Bierdosen besteht.

Bereits 1968 begann John Milkovisch mit der Arbeit an seinem Beer Can House. Leichter als dem Haus einen neuen Anstrich zu verpassen, soll er damals gedacht hat. Was er inzwischen geschaffen hat wurde in Houston inzwischen zu einer kleinen Touristensensation. Und wahrscheinlich auch ein Biermuseum, schließlich hat Milkovisch so manche Dose von Biermarken verbaut, die es längst nicht mehr gibt.

Übrigens, auf dem Fotodienst Flickr hat sich inzwischen auch schon eine kleine Fangemeinde gebildet, die dort ihre Fotos an einer Stelle versammelt: Beer Can House

Recycling in völlig neuer Dimension, wir vergeben 5 Stämmchen.

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Dez 06

Aus Altem Neues machen: In diesem Fall aus U-Bahn Sitzbezügen schicke Designertaschen die ihre ganz eigene Geschichte erzählen, eine Modeidee der besonderen Art. Mit viel Geduld und noch mehr Kreativität gehen zwei Münchner Designer neue Wege.

Wer eine Tasche des Labels Kurzzug sein Eigen nennt, der trägt damit auch ein Stück Geschichte spazieren. Jede Tasche ist ein Unikat und zwar nicht nur aufgrund ihrer Verarbeitung, sondern in erster Linie aufgrund der Herkunft des Materials aus dem sie geschaffen wurden. Das stammt nämlich nicht aus einer Manufaktur, es stammt aus Münchner U-Bahnen, genauer aus ausrangierten Zügen. Bevor das Kunstleder der Sitze nämlich auf den Müll wandert, nehmen sich die beiden Designer Wolfgang Bischoff und Jörg Schleburg den Stoffen an und lassen sie zu schicken neuen Taschen umarbeiten.

Kurzzug – Design mit Geschichte

Bis dahin war es allerdings ein langer Weg, denn allein 1,5 Jahre dauerte es, bevor die Idee Realität werden konnte. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich kein Ansprechpartner für das Anliegen finden wollte, die alten Bezüge zu recyclen und sie nicht einfach kostspielig zu entsorgen. Kaum war das endlich geschafft, mussten die beiden kreativen Köpfe Geld sammeln, um die Idee auch in die Tat umzusetzen. Sie starteten eine Crowdfounding-Kampagne und erreichten das Herz vieler Modefans.

Die 30.000 Euro Marke war schnell geknackt und damit der Weg frei für die Produktion. Die findet in Italien statt. Dorthin verschicken die Designer die Stoffe und lassen in aufwendigen Fertigungsverfahren Taschen herstellen. Die kosten dann ab etwa 300 Euro, je nach Größe und Ausführung. Demnächst soll es eine Sonderkollektion geben, aus mit Graffiti besprayten Stoffen, extra bunt und noch außergewöhnlicher als ohnehin schon. Abnehmer finden sich genug für die Taschen und die leben längst nicht nur in München, sondern auch in Hamburg, Berlin und über die Grenzen Deutschlands hinweg.

Innovativ und stylisch, das belohnen wir mit 3 Stämmchen.

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Apr 12

800.000 Tonnen Chicoréewurzel landen pro Jahr im Müll. Sie sind das Überbleibsel der jährlichen Salatproduktion. Dabei haben sie für die Wissenschaft und Technik ein ungeheuren Wert, denn aus ihnen lässt sich die Grundbasis für die Kunststoffherstellung gewinnen. Wissenschaftler tüfteln jetzt an den Feinheiten.

Aus ganz normalen Chicoréewurzel kann Hydroxymethylfurfural (kurz HMF) gewonnen werden. Dieses wird durch die verbliebenen Kohlenhydrate gebildet, die nicht für die Produktion der Chicoréeblätter von der Pflanze genutzt werden. Bislang landeten die übrigen Bestandteile, die nicht in die Lebensmittelindustrie gingen, in der Abfalltonne. Dabei ist der Gewinnungsprozess eigentlich gar nicht so kompliziert und das Ergebnis lohnenswert. Wissenschaftler an der Universität in Hohenheim tüfteln deswegen an einem Verfahren, die Chicoréewurzeln gezielter zu nutzen und das in immer gleicher Qualität.

Kontrollierte Zucht-Bedingungen im Labor

Möglich machen das kontrolliert Bedingungen im Labor. Für den Chicorée kein ungewöhnlicher Ort, denn auch das verzehrfertige Gemüse landet nach einigen Monaten auf dem Feld zunächst zur weiter Züchtung im Labor, ehe es nach etwa ein bis zwei Jahren für den Markt geerntet werden kann. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Anzucht des Wurzelgemüses nicht von den sonstigen Anzuchtbedingungen. In diesem Fall wird allerdings die eigentliche Wurzel nicht weggeworfen, sie durchläuft stattdessen mehrere Verfahren von der Zerkleinerung bis zu einer Erhitzung über 200 Grad. Dadurch löst sich das HMF aus den übrigen Bestandteilen und kann für die spätere Produktion von Kunststoff gewonnen werden.

Für Kunststoffproduktion und Biogas gleichermaßen interessant

Bislang geschah das aus Erdöl, doch das ist weder gut für die Umwelt, noch rentabel. Das HMF aus dem Gemüse ist sehr viel hochwertiger, denn dadurch können zum Beispiel dünnhäutigere PET-Flaschen erzeugt werden. Außerdem lässt es sich perfekt für die Produktion von Polyester, Nylon und Perlon einsetzen. Bis zur fertigen Produktion allerdings müssen noch elf weitere Bestandteile dazu kommen. Damit das langfristig gelingt und auf Erdölbestandteile verzichtet werden kann ist es allerdings noch ein langer Weg, denn zunächst muss die Produktion von HMF stabil laufen und das ganze Jahr hindurch Rohstoffe verfügbar gemacht werden. Bislang gilt Chicorée allerdings als Saisonware. Die Arbeit an diesem Thema lohnt sich, denn im Großhandel bringt ein Kilo HMF 2.000 Euro ein. Das kann neben der Produktion von Kunststoff auch für die Erzeugung von Biogas verwendet werden. Ein natürliches Produkt mit Zukunftscharakter.

Quelle: www.uni-hohenheim.de

Für diese Idee vergeben wir volle Punktzahl: satte 5 Stämmchen!

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Mrz 14

Recycling kann viel, aber noch lange nicht alles. Terracycle recycelt Produkte, die sonst in der Müllverbrennung landen würden, und produziert Neues. Dabei kann jeder helfen, und danach sogar einen Anteil des Gewinns spenden.

Terracycle beschäftigt sich mit Recycling und Upcycling. Das Unternehmen organisiert Sammelprogramme für verschiedenste Abfälle, die bisher nicht recycelbar waren. Stifte, Zahnpflege-Produkte und Co aller Marken landen so nicht in der Verbrennungsanlage, sondern werden weiter verwendet.

Der Vorgang ist denkbar einfach: Anmelden, Sammeln, Schicken, Spenden. Schulen, Unternehmen und Vereine können sich anmelden, um an den Sammelprogrammen teilzunehmen. Dann kann fleißig gesammelt werden. Der Versand der Kollektion zu Terracycle ist kostenlos. Das Unternehmen sorgt dann dafür, dass der Abfall zu neuen umweltfreundlichen Produkten weiterverwertet wird. Die Wissenschaftler und Designer des Unternehmens finden Lösungen – Stiftehalter, Gürtel, Gießkannen, Taschen, Schneidebretter. Und diese Produkte können dann auch wieder auf die selbe Weise bei Terracycle abgegeben werden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Für jedes eingeschickte Recycling-Stück können die Sammler 2 TerraCycle-Punkte (Wert 2 Cent) erlangen. Das Geld darf dann nach eigenem Gutdünken an eine gemeinnützige Organisation gespendet werden.

3 Stämmchen für diesen durchdachten recycling Kreislauf.

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Feb 20

Es ist immer erfreulich, wenn Dinge die dem Umweltschutz nützen zum Trend werden. Einen solchen Aufschwung erlebt gerade das Upcycling. Dabei werden aus alten Produkten wieder neue Dinge hergestellt. Vor kurzer Zeit haben wir hier darüber berichtet, wie aus alten Jeans Kunststoff hergestellt wird – auch eine Form des Upcycling. Weil wir über dieses Thema so gerne berichten, haben wir hier eine Sammlung der 10 besten Upcycling-Ideen zusammengestellt.

Für die einen sind weggeworfene Dinge schlichtweg Müll – andere sehen in Ihnen die Grundlage etwas Neues zu schaffen. Es gibt aktuell viele Projekte die sich dem Upcycling widmen. Wir haben hier die besten Ideen zusammengetragen:

1. Praktische Umhängetaschen aus LKW-Planen
Die Schweizer Taschenmarke Freitag nutzt alte LKW-Planen als Rohstoffe für ihre Taschenproduktion. Die Planen werden zerlegt, gewaschen und zu Unikat-Taschen genäht. Selbst die Gurte der Taschen bestehen entweder aus Plane, oft aber auch aus ausrangierten Anschnallgurten.

2. Design-Mode aus Wollresten
Viele Designer arbeiten inzwischen mit dem Konzept des Upcycling. So die niederländische Humanity in Fashion-Preisträgerin Hellen van Rees. Fäden und Garnreste aus den Abfällen von Textilfirmen verarbeitet sie zu interessant-außergewöhnlichen Kleidern, die sogar von großen Namen wie Lady Gaga getragen werden.

3. Neuer Kram aus altem Kram
Bei Upcycling Deluxe gibt es Schlüsselbretter aus Büchern, Uhren aus Schallplatten, Lampen aus Pappkarton, Tierfiguren aus Flipflops und viele weitere kreative Alternativen zur Stzandard-Produktpalette. Die Materialpalette heißt hier nicht etwa „Baumwolle“ und „Leder“, sondern vielmehr „Aktenordner“, Nummernschild“, „Reis-Sack“, „Zementsack“ und „Reifen“.

4. Jeden Tag ein neues „Ding“ erschaffen
Der Blog „30 Tage 30 Dinge“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, jeden Tag aus Materialien, die andere als wertlos abstempeln würden, ein neues nützliches und schönes Objekt zu zaubern. Es blieb aber nicht bei nur 30 Werken – inzwischen ist das Projekt bei Tag 1033 angekommen. Auch externe Kreative können sich beteiligen.

5. Accessoires aus Feuerwehrschlauch
Feuerwear, ein Label aus Köln, fertigt Taschen, Handyhüllen, Gürtel und vieles mehr aus gebrauchten Feuerwehrschläuchen. Die Produkte der Kölner haben durch das besondere Material, Gebrauchsspuren und Aufdrucke aus dem Gebrauch einen coolen und interessanten Look. Außerdem sind sie allesamt wetterfest.

6. Mitmach-Upcycling auf Pinterest
Die „Upcycling-Tuesday“-Seite auf Pinterest veröffentlicht jeden Dienstag neue Ideen, wie auch im Kleinen Upcycling betrieben werden kann. Zu Hause nachmachen möglich und gewünscht. Vom Gummistiefel-Blumentopf bis zum Kinder-Karton-Schloss.

7. Schicke Taschen aus Plastikflaschen
Matt and Nat (wie Material und Natur) produzieren Taschen aus ausrangierten Kunststoffgetränkebehältern – das resultat sieht aus und fühlt sich an wie echtes Leder. Das Konzept der Firma heißt, laut eigener Website „Inspiration and al little bit of experimentation and MOSTLY: love“.

8. Alltagsmode aus Texitlindustrie-Resten
„Ist es wirklich sinnvoll neue Stoffe herzustellen, solange riesige Mengen an Abfall aus der Textilindustrie jeden Tag auf der Müllkippe landen oder verbrannt werden?“ Hinterfragen die Berliner Designer von ALUC auf ihrer Website. Das Label verwendet Reste aus der Textilproduktion um außergewöhnliche Kleider vollkommen nachhaltig herzustellen. Sogar bei der Entsorgung von Resten und bei der Auswahl zusätzlicher Materialien (z.B. Knöpfe) wird auf Recycling geachtet.

9. Stylische Gitarren aus Skateboards
Ezequiel Galasso holt alte und ramponierte Skateboards zurück und schenkt ihnen ein zweites Leben. Der Argentinier hat den hohen Wert der Überbleibsel des zugegeben verschleißlastigen Sportgerätes entdeckt. Die kaputten Boards sind oft mit Liebe stylisch aufgemotzt worden und waren sehr teuer. Statt abgefahrenen Rollbrettern im Müll gibt es also abgefahrene Musikinstrumente auf der Bühne.

10. Shoppen nach Material
By HipCycle, einem Online-Handel für Upcycle-Produkte, kann zwar nach ganz normalken Kategorien eingekauft werden, aber auch nach dem gewünschten Material. Auch hier sind natürlich alle Materialien aus zweiter Hand, egal ob Taucheranzüge oder Elektroschrott.
Egal ob für den Garten, ob Geschenke, Schmuck oder Mobiliar – hier findet sich fast alles.

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