Jul 08

Jürgen Kleinwächter ist seit Jahrzehnten ein Pionier auf dem Gebiet der Solarenergie. Der Physiker aus Lörrach will Sonne und Wasser intelligent nutzen, um damit nicht weniger als die Ernährungssprobleme der Welt lösen. Im Januar 2005 entwickelte er mit seiner Firma BSR Solar Technologies, das „Solar Power Village“ – eine regerative Energieversorgung für ein afrikanisches Modelldorf mit 50 Einwohnern.

Das Ziel von Jürgen Kleinwächter bestand darin, den Menschen in Afrika die Arbeit beim Kochen, Wasserpumpen, Kornmahlen und dem Gemüseanbau zu erleichtern und gleichzeitig die regionalen Handwerksbetriebe durch die Produktion der solaren Hilfsmittel zu fördern. Kleinwächter sagt dazu: „Durch solares Kochen werden Entwaldung, Versteppung und Erosion vermindert. Die einfache Technologie erlaubt eine lokale Produktion und dezentrale Arbeitsstellen.“

Das erste Modul der „Solar Power Village“ ist ein Foliengewächshaus, in dem Gemüse von hervorragender Qualität, auch im heißen Sommer, angebaut werden kann. Neben dem Gemüseanbau dient das Folientreibhaus zur Erhitzung von Pflanzenöl, welches in geschwärzten Kupferrohren und transparenten Glasrohren umgeben sind, unter dem Dach des Gewächshauses fließt. Die Erhitzung des Wärmeträgers auf 220°C wird durch Fresnell-Linsen ermöglicht, die das Sonnenlicht auf eine Brennlinie fokussieren und im Tagesverlauf dem Licht folgen.

Im zweiten Modul, der Speicherung, wird das erhitzte Öl in einem großen, gut isolierten Zylinder zwischengespeichert und damit eine Energienutzung rund um die Uhr ermöglicht. So können die Bewohner mehrere Tage energieautark leben. Die Kochstelle ist das dritte Modul. Sie wurde eigens für das „Solar Power Village entwickelt“ und ist wie zwei Kochtöpfe geformt, durch die das heißt Öl durchfließen kann. Die hohe Temperatur des Pflanzenöls von bis zu 220°C ermöglicht den Frauen jederzeit das Braten, Kochen und Backen auf den Doppelplatten.

Das vierte und letzte Modul ist der Stirlingmotor, in den ein Teil des heißen Pflanzenöls fließt. Durch die Temperaturunterschiede zwischen Öl und kaltem Wasser wird ein Schwungrad angetrieben, mit dem wiederum eine Getreidemühle oder eine Wasserpumpe in Gang gesetzt werden kann. Zudem kann mit dieser Technik Strom erzeugt werden. Jürgen Kleinwächter hat mit der Kombination der vier Module eine Möglichkeit geschaffen, dass die Bewohner im „Solar Power Village“ eigenständig Solarenergie erzeugen, speichern und nutzen können. Quelle: vivsolar

Coole Sache. 5 Stämmchen für die Projekte.

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Jun 21

Ganz in der Nähe des Printzipia-Standorts Würzburg, im fränkischen Giebelstadt, beginnen heute die Bauarbeiten für einen der größten Solarparks Bayerns. Die Anlage wird so groß wie zirka 40 Fußballfelder und soll 28 MegaWatt bringen.

Nun hat das ehemalige Flugplatz-Gelände in Giebelstadt zumindest teilweise eine erste, richtig tolle Nutzung erhalten. Das Unternehmen Solar Concept wird dort zirka 120.000 Solarpanels auf einer Fläche von mehr als 40 Fußballfeldern platzieren. Ab Ende 2011 wird die Anlage in der Spitze 28 Megawatt erzeugen. So können zirka 8.000 Haushalte mit nachhaltiger Energie beliefert werden. Der Bau des Solarparks hat ein Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro. Entwickelt hat Solar Concept das Projekt in Kooperation mit seinen Augsburger Partner-Unternehmen IBE und OPLA.

Entsprechende Flächen wurden auf dem ehemaligen Militärflughafen der Amerikaner durch Solar Konzept für 20 Jahre gepachtet. Die Start- und Landebahn des für den für zivilen Flugverkehr genutzten Teils des Geländes werde durch den Bau des Solarparks nicht beeinträchtigt, so die Verantwortlichen.

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Okt 04

US-Forscher haben jetzt ein photoelektrochemisches System entwickelt, das sich selbst regenerieren kann. Dies könnte einer der entscheidenden Schritte sein, Sonnenlicht analog der hocheffektiven, natürlichen Photosynthese* in chemische Energie umzuwandeln: Die Regenerationsfähigkeit der Moleküle gilt als Haupt-Engpass bei der erfolgreichen Nachahmung der Natur.

Sonnenenergie in chemische umwandeln: Diese natürliche Fähigkeit stünde dem Menschen in seinen Nachhaltigkeitsbemühungen gut zu Gesicht.  Eines der praktischen Probleme ist, dass Sonnenstrahlen – obwohl natürlich Initiator der Photosythese – auch ein destruktives Potenzial haben. Die Moleküle der rezipierenden Pflanzen, Algen und diversen Bakterien, die für die Transformation des Lichts verantwortlich sind, werden bei ihrer Tätigkeit nämlich aufgespalten. Hier zeigt sich aber auch „die Klasse“ der Natur. Fakt ist, dass diese über erstaunlich effiziente Mechanismen der Selbstreparatur verfügen und sich immer wieder regenerieren können.

Eben diesen Regenerationseffekt des ständigen Auseinanderbrechens und wieder Zusammenfügens haben die US-Forscher unter Michael Strano nun mit Hilfe diverser Komponenten in Nanogröße imitiert. Das synthetische System besteht aus sieben Bestandteilen. Dies sei das umfangreichste, zur Selbstregeneration fähige System bislang. Die Praxis vom Auseinanderbrechen und der Wiederherstellung haben die Forscher im Labor in mehreren Zyklen wiederholt. Nach rund 14 Stunden Wandelung konnten die künstlichen Zellen immer noch so gut Licht umwandeln wie zum Start der Versuchsreihe.

Der Wirkungsgrad liegt derzeit bei der neuen Technologie bei zirka 40 Prozent liegt. Soviel einfallende Lichtenergie wird also in chemische umgewandelt. Das entspricht rund dem Doppelten des Wertes, den die besten der heute handelsüblichen Solarzellen erziele. Eine Steigerung auf 100 Prozent bei vollständiger Imitation der Photosynthese sehen die Forscher als möglich an. Die Quelle für diesen Text findet sich beim ORF. Wer sich für die Studie interessiert findet sie hier.

Das klingt gut, wenn auch noch „relativ“: Daher erst mal 3 Stämmchen.

*Knoff Hoff: Klassisch transferieren bei der Photosythese Pflanzen, Algen und diverse Bakterien elektromagnetische in chemische Energie. Die Umwandlung geschieht mittels Farbstoffen, die Licht absorbieren. Hieraus werden Kohlenhydrate hergestellt, die von den Rezipienten wiederum für Wachstum und Stoffwechsel verwendet werden können.

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