Jun 06

Das Sammelsystem „Der Sammeldrache“ der Interseroh GmbH ist auf soziale Einrichtungen, vor allem mit Bezug auf Kinder, ausgerichtet. Er lehrt schon in einem frühen Alter einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und animiert sogar außenstehende Unternehmen, sich an den Projekten der Kinder zu beteiligen.

Zahlreiche Sammelbehälter sieht man im Alltag herumstehen. Oft fragt man sich, ob es wirklich nützt bestimmte Dinge auf diese Weise zu entsorgen, wo doch der Weg zur eigenen Tonne so viel einfacher ist. Mit Hilfe von Sammelsystemen werden allerdings Produkt-Kreisläufe geschlossen – zur Schonung von Ressourcen, zur Verminderung des CO2-Ausstoßes und zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks. Um diesen Nutzen deutlicher zu machen, hat das Unternehmen Interseroh einige Sammelsysteme entwickelt, die auf soziale Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten zugeschnitten sind. Es wird klar: Jeder kann einen Beitrag leisten. Und Kinder können schon früh nachhaltiges Verhalten lernen. So beispielsweise mit dem System „Der Sammeldrache“.

Kinder und Unternehmen arbeiten Hand in Hand

Das Prinzip: Es werden kostenlose Sammelboxen zur Verfügung gestellt, in denen die jeweilige Einrichtung an eigenen Sammelstellen und mit Hilfe von Sponsoren leere Druckerpatronen und gebrauchsfähige Handys sammeln. Sobald die Boxen gefüllt sind, werden sie kostenlos abgeholt und Neue geliefert – denkbar einfach für die Sammler. Für jede volle Box erhält die Einrichtung eine feste Vergütungspauschale oder Punkte, die gegen Prämien wie Spielzeug, Tafeln, Computer und sonstigen Lernbedarf eingetauscht werden können. Die Einrichtungen werden ihre Abfälle los, leisten einen Beitrag zum Umweltschutz, bringen diesen so auch Kindern spielerisch bei und verbessern als Belohnung die eigene Ausstattung. Eine runde Sache, wie wir meinen.

Ein Wettbewerb bringt Action und Spannung in die Sammelprojekte: Ein Mal im Jahr werden bundesweit 30 zusätzliche Prämien an die besten und fleißigsten Sammler vergeben. 18.000 Schulen und Kindergärten sind bereits mit von der Partie. Außenstehende Unternehmen können sich als Sponsoren mit einbringen, indem sie für ihre gesponserte Einrichtung mit Punkte sammeln.

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Jan 23

Geldscheine nutzen sich schnell ab. Bisher wurden die alten Geldscheine einfach entsorgt. Die Folgen: Tonnenweise Papiermüll und teure Neudrucke. US-Forscher haben nun eine Lösung für dieses Problem gefunden: Eine Waschmaschine für Euros, Dollar und Co …

Erst der Fünfer, jetzt der Zehner: Es wird ständig neues Geld herausgegeben. Mit immer besser Sicherheitstechnik. Von Wasserzeichen und Relief über bestimmte Papiersorten, Schriftzeichen, Hologramme und spezielle Tinte ist ein Geldschein in der Produktion sehr aufwendig. Und teuer. Das ersetzen der alten Zehner durch ihren Neuen Ablöser wird rund 600 Millionen Euro kosten.

Abnutzung ist normal – aber warum muss das das Ende vom Lied sein?

Geldscheine gehen durch viele Hände, sie reißen ein, werden gefaltet, zerfleddert, zerknüllt. Sie werden schmutzig und nass. Geldscheine verschleißen schnell. Eine Banknote hat nach ihrem Druck eine Nutzungsdauer von ein bis fünfzehn Jahren vor sich, dann ist sie in der Regel nicht mehr zu gebrauchen. Weltweit wandern jedes Jahr über 150.000 Tonnen solcher Scheine schmutzig und unbrauchbar in den Müll. Allein in Deutschland werden eine Milliarde Scheine im Jahr zerhäckselt.

Mehr als 150 Milliarden Scheine aus allen Währungen strömen jedes Jahr in den Abfall und werden langsam aber sicher umwelttechnisch unverantwortlich. US-Forscher stellen deshalb nun eine ungewöhnliche Forderung: Sie wollen Geldwäsche. Was sich skurril anhört, ist in der Praxis eigentlich logisch: Schmutziges Geld nicht entsorgen, sondern sauber machen. Man hat passend zum Vorschlag direkt eine geeignete Geldwäsche-Maschine gebaut. Zwei große Banken testen die Erfindung bereits aus.

Nicht jeder schmierige Fünfer muss zwangsläufig ersetzt werden

Ein so genanntes „überkritisches Kohlenstoffdioxid“ fungiert bei diesem Prozess des Geldwäsche als Waschmittel. Er ist Gesundheitlich unbedenklich, denn der Stoff wird schon seit langem sogar in der Lebensmittelbranche verwendet. In diesem Fall saugt das „Waschmittel“ den vor allem menschlichen Schmutz, wie beipsielsweise Schweiß, aus den Geldscheinen.

Statt neue Geldscheine zu produzieren ist es jetzt also möglich, einfach die alten Banknoten zu reinigen und weiter zu benutzen. Physiker Nabil Lawandy steckt hinter der Idee und Umsetzung der etwas anderen Waschmaschine, und hat sie auch schon gründlich getestet. Ob Dollar, Pfund, Euro oder Yuan – ein einmal gewaschener Schein kann selbst unter fortschrittlichster Analyse nicht mehr von einer nagelneuen Note unterschieden werden. Und dabei bleiben alle Sicherheitstechnik der Banknoten erhalten.

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Jan 17

Ein dänisches Architekturbüro hat ein Haus entwickelt, das komplett aus recycelten Materialien besteht. Glasflaschen, Reste von abgerissenen Häusern, Altpapier. Das könnte ein Meilenstein sein, sowohl in der Hausbau-Branche, als auch im stets aktuellen Thema der Nachhaltigkeit. Selbst die Kohlenstoffdioxid-Produktion des Gebäudes ist viel geringer als bei gewöhnlichen Behausungen.

Wir Deutschen sind vorbildliche Mülltrenner. Fast die Hälfte unseres Abfalls kann wiederverwertet werden, weil wir brav Pfandflaschen zurückgeben und die Zeitung ins Altpapier legen. Auf Deponien landet nur wenig. Jetzt machen uns aber die Dänen Konkurrenz. Die verwenden nicht nur einfach wieder, sondern verwerten weiter. Nun wurde der Pionier einer ganz neuen Art des Recyclings an den Start geschickt: ein ganzes Fertighaus aus Müll. Die Konstrukteure fragen zu Recht: „Wieso ist da nicht schon früher jemand drauf gekommen?“

Ökologisch und Ökonomisch

Das „Upcycle House“ des dänischen Architekturbüros „Lendager Arkitekter“ wurde auf Basis eines genialen Konzepts entwickelt: Die weggeworfenen Materialien werden nicht einfach verwertet, sondern in neue, hochwertige Produkte umgewandelt. Keine weiteren Materialen wurden verwendet. Damit ist es, laut Entwicklern, das erste Haus der Welt, das zu 100% aus Abfall besteht.

Das Projekt wurde so kostengünstig wie irgend möglich aufgezogen. Bei 230.000 Euro für 130 Quadratmeter kam man heraus. Zu fünf Zimmern, Küche, Gewächshaus, Waschküche und Terasse gibt’s außerdem das gute Gewissen gratis obendrauf. Kosteneffizenz und Umweltschonung sollten mit dem Platz und allen anderen Anforderungen, die eine Familie so hat, verbunden werden.

Wie baut mein ein Haus aus Müll?

Das Fundament des Müllhauses beteht nicht aus Steinen –sondern aus Glasflaschen und kleinen Pfählen. Darauf sitzt die Grundstruktur des Gebäudes, die sich aus einem großen Holzrahmen und zwei Schiffscontainern zusammensetzt. Viele Teile des Hauses, als Beispiel seinen hier die Fenster und Dachziegel genannt, wurden von alten Häusern wiederverwertet. Die Wanddämmung besteht aus alten Zeitungen. Die Wandverkleidungen innen bestehen aus Presspanplatten, außen wurde mit alten Bierflaschen gearbeitet.

Positiver Nebeneffekt des Materialeffizienten Wohnraums: Der CO2-Fußabdruck des Gebäudes ist um über ein Fünftel kleiner als der von gewöhnlichen Häusern. Würde das Konzept für alle zukünftigen Neubauten in Dänemark aufgenommen werden, könnten jährlich 5590 Tonnen Co2 eingespart werden. Lustigerweise war dieser Effekt, zumindest in diesem Ausmaß, von den Konstrukteuren des „Upcycle House“ gar nicht geplant.

Spannend! Mal sehen, ob sich die Idee durchsetzt. Vielleicht haben wir bald auch Müll-Häuser in unserer Nachbarschaft. Oder leben sogar selbst in einem?

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Mai 04

Ein 19-jähriger hat sich jetzt kurzerhand dem Kampf gegen den weltweit überhand nehmenden Plastikmüll in den Meeren angenommen. Boyan Slat will unsere größten, flüssigen Ökosysteme großflächig mit einem riesigen schwimmenden Filter von Kunststoffen aller Art befreien, die dort nicht hingehören.

Große Ziele erfordern große Maßnahmen. Der Student Boyan Slat ist leidenschaftlicher Taucher. Auf vielen seiner Tauchgänge begegneten im Massen an Müll, wie er berichtet. Habe man diese Mengen nicht selbst gesehen, so Slat, sei das Ausmaß einfach nicht zu erahnen. So entstand die anspruchsvolle Idee, die Weltmeere von dieser Last zu befreien. Mit den Worten „Why don’t we just clean it up? – Warum räumen wir es nicht einfach auf?“ bringt er seine abwerwitzig anmutende Idee auf den Punkt. Schwimmende Filter, die am Meeresboden befestigt sind, sollen Plastikteilchen aus dem Wasser fischen, der so gewonnene Kunststoff wird in Behältern gesammelt und später verkauft. Nach Berechnungen des jungen Mannes solle der Bau mehrerer solcher Filter-Anlagen sogar Profit bringen.

Ökologisch sind die Unmengen Plastik weltweit ein tickende Zeitbombe. Am schlimmsten ist die Tierwelt betroffen. Viele Fische nehmen die Kunststoffe auf und verenden daran. Rund 100 Millionen Tonnen Plastikmüll, so Schätzungen, haben sich beispielsweise bereits in einem Strudel im Nordpazifik angesammelt. In solchen Strudeln wird das Plastik wie in einer Mühle zu staubgroßen Teilen zerkleinert. Die so entstehenden Partikel enthalten giftige Stoffe, die langfristig die Ökosysteme der Meere signifikant negativ zu beeinflussen. Bei Fischen kann sich so das Erbgut verändern und die Entstehung von Krebs fördern. Sogar das Plankton, eine sehr wichtige Nahrungsquelle für Fische, assimiliert diese Partikel. Auf diese Weise klettert das Plastik die Nahrungskette hinauf, bis zum Menschen. Auch hier werden Schäden für das Erbgut sowie Fehlgeburten und Behinderungen als Folge betrachtet.

Wir finden die Idee und das Engagement des jungen Studenten beeindruckend. Selbst wenn noch nicht ganz klar ist, wie zum Beispiel Beifang in diesen Filtern vermieden werden soll – weltbewegende Erfindungen werden nicht mit und von Bedenkenträgern sondern von Visionären gemacht. Weitere Fakten zu Boyan Slats Projekt finden Sie in den Veröffentlichungen der Wirtschaftswoche, n-tv und ProSieben.

Weiter so. Von uns stabile 5 Stämmchen.

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Okt 02

Von den Mülldeponien der Welt strömt sekündlich das klimaschädliche Gas Methan ungehindert in die Atmosphäre. Dabei ist Methan – bei richtiger Verwertungsdynamik – eine hochwertvolle Energiequelle. In Großbritannien will man jetzt das „Gas aus dem Müll“ zur Gas- und Stromherstellung nutzen.

Methangas (CH4) gilt neben CO2 als einer der „Klimakiller“ schlechthin. Es entsteht „menschengemacht“ beispielsweise in der Fleisch- und Reisproduktion, in Kläranlagen und auch Mülldeponien setzen jährlich allein in Deutschland fast 500.000 Tonnen Methangas frei. Nebenbei, Methangas ist ein mehr als 20-fach stärkeres Treibhausgas als CO2.

Aktuell gibt es zwei erfolgreiche Wege um das Gas aus den Mülldeponien daran zu hindern, in die Erdatmosphäre zu strömen. Der eine Weg besteht darin die Entstehung des Gases aus dem Müll zu verhindern, dazu wird der Müll mit bestimmten Substanzen durchsetzt, darüber werden wir in einem kommenden Artikel berichten. Der zweite Weg ist, das entstandene CH4 aufzufangen und zu nutzen. Diese Option verfolgen nun drei Unternehmen aus Großbritannien weiter. Man plant, Methangas zur Strom- und Gasversorgung der britischen Inseln zu nutzen. Aus dem Methan der Mülldeponien, dem Biomethan, ließe sich ein Synthesegas herstellen, mit dem Gasmotoren betrieben werden können. Außerdem ließe sich das Biomethan so aufbereiten, dass es Erdgasqualität erreiche und in das Gasnetz eingespeist werden könne, so unsere Quelle, siehe unten. Die Unternehmen hoffen auf diesem Weg bis zum Jahr 2015 20 Prozent des Gasbedarfs Großbritanniens decken zu können. Wer weiter schnuppern möchte, hier unsere Quellen, das Blog Erneuerbare Energien und die Deutsche Umwelthilfe.

Welch ein klasse Kreislaufgedanke: 5 Stämmchen.

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