Jan 11

Nicht echt und doch täuschend echt – so lässt sich das vegane Leder aus Pilzen am besten beschreiben. Während bei anderen veganen Ledersorten schnell deutlich wird, dass es sich nicht um echtes Leder handelt, ist diese Neuentwicklung ein absoluter Hingucker.

Leder oder nicht? Meist ist es schnell zu sehen, ob das Material echt ist oder nicht. Es gab bereits viele Versuche, veganes Leder herzustellen. Doch bislang waren die Erfolge eher mäßig. Mit diesem Leder aus Waldpilzen könnte die Modewelt eine echte Innovation erleben.

Waldpilze als Grundstoff für veganes Leder

Die Erfinder von MycoWorks haben das Myzel von Waldpilzen für sich entdeckt. Dieses Wurzelgeflecht bildet den Grundstoff zur Herstellung ihres veganen Leders, das tatsächlich täuschend echt wirkt.

Das Myzel wird ganz einfach mit landwirtschaftlichen Abfällen ernährt, sodass es in Ruhe wachsen kann. Sobald sich diese Abfälle zersetzt haben, lässt sich das Wurzelgeflecht zu veganem Leder verarbeiten. Da die Färbung sehr unregelmäßig wird, wirkt das vegane Leder täuschend echt. Grund für die unregelmäßige Farbgebung ist das natürliche Wachstum des Wurzelgeflechtes. Außerdem ist das Material atmungsaktiv, sowie sehr reiß- und wasserfest.

Auch die Musterung des veganen Leders kann beeinflusst werden. So lassen sich sogar Reptilienleder bis ins Detail nachbilden. Nahezu jedes Tier kann ganz einfach imitiert werden.

Weitere Möglichkeiten für den Einsatz der Waldpilzwurzeln

Aus dem Wurzelgeflecht werden außer veganem Leder auch Möbel und ziegelähnliche Mauersteine gefertigt. Damit wird deutlich, wie variabel einsetzbar dieses absolut umweltschonende Material ist. Nicht nur die Modewelt horcht auf. Auch viele andere Bereiche könnten auf Basis des Myzels deutlich umweltbewusster arbeiten.

Produktion fast ohne Abfälle

Die Herstellung des veganen Leders verursacht kaum Abfälle, das es auf natürliche Weise wächst. Es gibt keinerlei CO2-Belastung. Außerdem lassen sich Kleidungsstücke oder andere Produkte aus dem veganen Leder auf einfache Weise entsorgen. Die Sachen gehören auf den Kompost, wo sie sich selbst zersetzen.

4 Stämmchen für dieses neue Leder.

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Sep 01

Kohlenstoffdioxid ist als eine Bedrohung für die Umwelt berüchtigt. Jetzt kann CO2 aber Erdöl bei der Herstellung von Kunststoff ersetzen – und dessen Rolle als Rohstoff auch in anderen Bereichen übernehmen. Ganz nach dem Vorbild der Natur ist damit vielleicht eine Lösung gefunden, die überschüssigen Abgase sinnvoll zu nutzen.

„CO2“ ist ein Stichwort, das in den meisten Umweltschützern instantan die roten Alamlampen angehen lässt. Aber das könnte sich ändern. Der Klimakiller, der die Erdatmosphäre zerstört, sollte natürlich weiter reduziert werden, einmal produziertes CO2 könnte aber zukünftig produktiv genutzt werden: CO2 kann zur Herstellung von Kunststoff genutzt werden – das ist günstiger und schont Ressourcen.

Vor einiger Zeit stellten Siemens und BASF einen Staubsauger mit „green power“ vor. Dabei ging es ausnahmsweise nicht um Energieeffizienz in der Nutzung, sondern um die Herstellung des Geräts. Vielmehr: Der Kunststoff für das Gehäuse der Haushaltshilfe wurde mit Hilfe von Kohlenstoffdioxid hergestellt. Eine halbe Tonne Klimagas kann zur Produktion von einer Tonne Plastik genutzt werden.

CO2-Nutzung in vielen Bereichen

Auch die Nutzung von CO2 als Betriebsstoff für Kraftwerke, Zementfabriken und Chemieanlagen ist vorstellbar. Damit würde es das knappe Erdöl als Rohstoff für diese Zwecke ablösen. Einige fortschrittliche Unternehmen entwickeln inzwischen auch schon andere Verwendungen für das Gas: Kraftstoffe für Autos, Kunstdünger, Nagellack und vieles mehr. Das Bundesforschungsministerium begrüßt und unterstützt diese Entwicklung und fördert entsprechende Projekte aktuell mit 100 Millionen Euro.

Warum diese Vorgehensweise nicht schon lange etabliert ist? Das Problem liegt in der Chemie: CO2 ist träge, es muss zur Reaktion gezwungen werden, was viel Energie fordert. Deshalb ist ein Katalysator nötig, der den Energieaufwand senkt. Die meisten Ideen in die Richtung, CO2 so zu nutzen, scheiterten deshalb bislang an fehlenden Katalysatoren. Erst jetzt, nach jahrzehntelanger Suche, ist eine Lösung gefunden, Kunststoff so herzustellen. Natürlich darf auch nie vergessen werden: So rücksichtsvoll Kunststoff auch hergestellt wird – Plastik an sich ist und bleibt nicht umweltfreundlich.

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Jan 30

Ausrangierte Kleidung war bisher nicht gerade die No.1 der Recyling-Artefakte. Designer aus Nebraska haben jetzt aber einen Weg gefunden, aus alten Kleidern in einer gänzlich ökologischen Produktion Plastik herzustellen.

Plastikrecycling kennen wir. Machen wir und finden wir gut. Da ist der Konsens der Allgemeinheit inzwischen wahrscheinlich klar. Die Frage ist: Wo fängt Recycling an – beziehungsweise: Wo kann es anfangen? Alternative Stoffe zur Produktion von Kunststoff werden schon eine Weile gesucht. Wir haben schon über Bananenschalen und auch Maisstärke berichtet. Dass sogar Jeans dazu verwendet werden können, Kunststoff herzustellen, ist neu.

Wie aus alten Jeans verwertbares Material wird

Das Vorgehen: Die Designer der Firma „Iris Industries“ Jen Carlson und Josh Shear stapeln alte Jeans aufeinander, dazwischen immer eine Schichr Harz, und erhitzen sie dann. Danach wird das Schichtgemisch zusammengepresst. Und das war’s im Grunde auch schon. Heraus kommt ein wasserdichtes Material, leicht und sehr hart durch die miteinander verflochtenen Fasern. Es sieht aus wie Marmor, ein Gemisch aus blau und weiß, durchzogen von immer anderen Fabtönen. Je nach farbe des verwendeten Stoffs. Das Endprodukt, das so genannte „Denimite“ eignet sich ideal für die Herstellung von vielen Produkten wie Kreditkarten, Stiften, Smartphone-Hüllen, Geldbeuteln und sogar Schmuck.

Die Zeit der Mischmaterialien bricht an

Also: Nicht nur Plastikflaschen und -verpackungen können wieder zu Plastik werden. Aus Lincoln, Nebraska, wandert eine ganz andere Idee der Herangehensweise zu uns herüber: „Denimite“. Kunststoffgewinnung aus alten Denim-Jeans und natürlichem, umweltfreundlichem Harz. Die Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit, Plastikzeit sind vorbei. “Wir glauben, dass das neue Zeitalter die Epoche des Verbundmaterials ist“, erklären die Erfinder des Jeans-Plastiks.

Wer weiter denkt könnte in der amerikanischen Erfindung auch Potential für andere Bereiche als die Produktion kleiner Goodies entdecken. Beispielsweise für die Bauindustrie könnten solche Materialien nützlich sein. Etwa könnte das Plastik aus Jeans als Isolierung für Gebäude funktionieren.

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