Jun 01

Nach Analysen des Öko-Instituts werden alle in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke planmäßig im Jahr 2020/2021 annähernd gleichzeitig stillgelegt. Dieses Vorgehen, so eine aktuelle Studie, könne den geordneten Ausstieg aus der Atomkraft gefährden. Daher wird ein schrittweiser Ausstieg vorgeschlagen.

Das Öko-Institut hat in Sachen Atomausstieg Fallstricke entdeckt. Aufgrund weiterhin möglicher Übertragungen von Reststrommengen stillgelegter auf amtierende Atommeiler wäre die faktische Betriebszeit länger. Diese Frist liege knapp 60 Prozent über den im rot-grünen Ausstiegsszenario. Das Handelsblatt vermutet ein „schwarz-gelbes Hintertürchen“. Dies wiederum können wir nicht bewerten. Hier ein Vergleich der Modelle von Regierung und Opposition: Handelsblatt.

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Apr 29

Lauscht man den Verlautbarungen der Atomindustrie, wird man mittelfristig auf den Betrieb von Kernkraftwerken nicht verzichten können. Die Behauptung, es sei noch lange Jahre unmöglich ohne die sog. Brückentechnologie auszukommen, steht gemäß eines neuen Gutachtens der Universität Flensburg auf wackeligen Füßen.

Lobbyarbeit ist integraler Bestandteil eines demokratischen Staatswesens, daran wird sich auch in Zukunft wenig ändern. Umso wichtiger ist es, diesem von wirtschaftlichen Interessen geleiteten Treiben harte Fakten entgegen zu setzen. Eine Studie der Uni Flensburg, die jüngst in der TAZ berichtet wird dokumentiert, dass der Atomausstieg bis 2015 und bei entsprechendem politischem Willen möglich sei. Gleichzeitig wird gezeigt, wieder endgültige Umstieg auf regenerative Energien bis 2030 ermöglicht werden kann. Es gebe hierbei weder Stromengpässe noch Stromimporte, so Professor Olav Hohmeyer. Langfristig gerechnet blieben auch Strompreise und CO2-Emissionen stabil, so der Flensburger Uni-Mann: „Es wird kein Flackern und schon gar keinen Stromausfall geben. Wir werden nur den Strom mehr nutzen, den wir selbst produzieren.“ (Quelle TAZ).

Die neue Modellrechnung ist optimistischer als die von Greenpeace und eine weitere der Sachverständigenrats für Umweltfragen. Deren Wandelungsszenarien sehen ebenso einen Atomausstieg bis 2015 vor. Der komplette Umstieg auf erneuerbare Energien wird dort aber erst bis 2050 als realistisch angesehen. Alle drei Modelle kommen ohne Stromlücke und ohne Atomkraft aus, so die TAZ. Hier der Link zur Studie auf dem Server der deutschen Umwelthilfe.

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Mrz 15

Murphys Gesetz sagt im Grundsatz „Was passieren kann, wird passieren“. Es sei nur eine Frage der Zeit. Wer unter diesem Gesichtspunkt eine kritische Risikoabschätzung vornimmt, erhält wertvolle Handlungsanweisungen das eigene Leben zu organisieren. Darin stecken aber auch Botschaften, wie gesellschaftliches Leben am besten organsiert und gestaltet werden sollte. Wir wenden „Murphy“ angesichts der aktuellen Situation in Japan auf die Herausforderungen an unsere Energiepolitik an.

Was gerade in Japan nach Jahrhundert-Erdbeben, Tsunami und jetzt auch noch atomarer Supergau-Bedrohung passiert, treibt jedem empathischen Menschen das Wasser in die Augen. Und nach dem was man medial beobachten darf, ist es unglaublich beeindruckend, wie die so hart von Naturgewalten heimgesuchte japanische Bevölkerung mit dem eigenen bzw. kollektiven Schicksal umgeht.

Die neue AKW-Laufzeit-Debatte hat freilich auch mit Murphys Gesetz zu tun. Denn genau darum geht es, wenn man kritisch Risiko abwägend, verantwortlich und im Sinne des Gemeinwohls handelt. Regierungsverantwortliche befinden sich stets in ständiger Abwägung zwischen Finanzierung verantwortlichen Regierungshandelns,  Lobbydruck bzw. der Notwendigkeit von Wertschöpfung. Und dabei ständiger (!) Kosten-/Nutzen-/Risiko Abwägung. In Sachen Kernenergie kann es langfristig nie einen Kompromiss gegeben haben: die Technologie ist langfristig nicht der Weg dieser Welt.

Kernkraft ist nicht beherrschbar. Und angesichts der Folgen eines – immer möglichen – GAU kann es keine Zukunftstechnologie sein. Die Implikationen von Murphys Gesetz sind in Sachen Kernenergie einfach zu drastisch und unerbittlich. Mehr denn je geht es jetzt um eine politische Vision und einen umfassenden Etappenplan hin zur einhundertprozentigen Deckung des Energiebedarfs aus regenerativen Energien. Ein interessantes Dokument in dm Zusmamenhang ist der Atomkraftwerke-Gefährdungsatlas. Achtung: Dies ist kein politisches Statement sondern ein Appell an die Vernunft der Entscheider. Jenseits aller Finanzierungsfragen. Übrigens: Ein Fokus in Richtung Forschung bezüglich regenerative Energien und vor allem Speichertechnologie brächte Deutschland dorthin wo ein Land ohne Rohstoffe hingehört: in die Vorreiterrolle in Sachen Innovationen. Wir würden uns Ihre Meinungen hierzu wünschen.

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Jan 17

Die Bundesregierung hatte jüngst die von Rot-Grün verkürzten Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke wieder verlängert. Faktisch halten wir also weiter an der Technologie fest, die sicher mehr Schatten- als Sonnenseiten hat. Ob ein Atomausstieg überhaupt zügig und realsitisch möglich wäre, behandelt ein Blog zum Thema.

Ohne Zweifel hat die Atomenergie für und wieder wie andere Technologien auch. Die Abwägung im innereuropäischen bzw. weltweiten Vergleich macht zwar Sinn. Entscheidend sollte aber sein, was wirklich argumentativ zu untermauern ist. Das es in dieser Sache nicht nur um dialektisches Abwägen geht ist klar. Was aber sind überhaupt die viel zitierten Argumente? Ein agiler Blogger versuchte sich Ende letzten Jahres an einer Sammlung. Für Atomkraft sprächen lediglich der Preis und die „Sauberkeit“ der Technologie. Argumente allerdings, die bereits im Klammerausdruck der Abhandlung wieder egalisiert werden.

Pro Atomausstieg sammelt der Beitrag ganze elf Argumente, ohne Relativierung. Hier wird von der noch immer ungeklärten Endlager-Problematik sowie den damit zusammen hängenden Kosten gesprochen. Hinzu werden die Krankheitsrisiken für den Menschen aufgezählt, die nachhaltigen Schäden durch Uranabbau und Rekultivierungsschäden im Zusammenhang damit. Des weiteren werden die obligatorischen Sicherheitsrisiken erwähnt und diverse aus der Monolpolstellulng der Atommeiler-Betreiber entstehenden negative Folgen wie das Diktat der Preispolitik und die verhinderte Innovationsfreude, da Forschung und Entwicklung im Bereich der regenerativen Energien bei einem „Setzen auf Atom“ unterbunden werde.

Auch wenn die Argumentation des Bloggers sehr einseitig ist – ein objektiver Widerspruch scheint kaum möglich. Zum Schluss weist der Schreiber noch auf die Möglichkeit hin, den eigenen Atomausstieg zu lancieren, die Anleitung ist lesenswert. Verdichtet ist dieser Text also hier nochmal nachzulesen im Blogartikel zum Thema Atomausstieg.

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