Jun 14

Noch im Juni bringt Symbioprint, ein baden-württembergischer Druckerzubehör-Händler, Biotoner für Laserdrucker auf Sojabasis auf den europäischen Markt. Zunächst sind Deutschland und Frankreich auserkorene Märkte für „Soyprint“, der Flüssigkeit, die im Druckerbereich das herkömmliche Erdöl ersetzt.

Ursprünglich stammt der Ansatz der Soja-Druckertinte aus den USA. Das Unternehmen PRC Technologies hatte bereits Ende 2009 Tonerpatronen auf Basis von Sojabohnen entwickelt um damit den Erdöl-Anteil zu ersetzen. Soja-Toner sollen signifikant umweltfreundlicher sein, zudem sei die Herstellung aufgrund des nachwachsenden Grundstoffs günstiger, so eine Pressemitteilung.

Soyprint Biotoner ersetzt den rund 40-prozentigen Erdöl-Anteil durch Soja aus nachhaltigem Anbau. Allein in Deutschland könnten bei flächendedeckendem Einsatz der Biotinte 24 Millionen Liter Erdöl pro Jahr gespart werden. Zudem fielen mit dem Erdöl die Krebs erregenden Stoffe Toluol und Benzol weg. Die Firma Symbioprint ist ab sofort europäischer Lizenznehmer. Das Produkt Soyprint reduziert die Kosten um ungefähr 20 Prozent. Weitere Informationen beim Anbieter symbioprint.de.

Auch wenn uns in Zeiten des Hungers in der Welt etwas mulmig ist, wenn hochwertige Nahrungsmittel auf diese Weise industriell verarbeitet werden – die Idee als solche hat durchaus positive Implikationen. 3 Stämmchen.

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2 Antworten zu “Bio-Toner für Laserdrucker: Einführung in Europa”

  1. alex sagt:

    Solange noch Menschen verhungern, sollten Lebensmittel nicht für reiche Länder als ersatz Rohstoff dienen und somit die Preise in Höhen schrauben die sich der hungernde nicht mehr leisten kann.
    Desweiteren ist der Gen-Soja-Anbau für viele Bauern der Todesstoß. Einzig die Lizenzunternehmen verdienen wieder richtig Kohle dran.

  2. Andreas sagt:

    Natürlich sind Lebensmittel nicht der ideale Rohstoff. Andererseits bräuchte ich persönlich auf (lediglich) ein 300g Steak im Jahr zu verzichten, um den Toner wieder wett zu machen, den ich verbrauche. Und ich esse circa drei Steaks im Jahr, sonst so gut wie nie Fleisch und nur selten Milchprodukte.

    Im übrigen werden Lebensmittel schon immer auch als Rohstoff für nicht essbare Produkte verwendet. Zum Beispiel für Kleister. Der besteht nahezu vollständig aus Stärke.

    Wichtig ist sich selbst bewusst zu machen, dass alle Rohstoffe sparsam verwendet werden sollten. Egal wofür. Und bei der Nahrungsmitteln landen bei uns in Deutschland etwa 50 Prozent im Müll. Daran sollte man was ändern, ehe man die gute Idee des Bio-Toners gleich verteufelt.

    Was den Hunger angeht wäre es zudem wichtig, die Lebensmittelsubventionen der EU zu verändern, am besten ganz zu streichen oder nur an kleine Betriebe zu zahlen (nicht an millionenschwere Agararkonzerne).

    Im Vergleich zur Energiegewinnung über Biomasse ist der Verbrauch beim Toner im übrigen marginal.

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