Apr 14

In Gersthofen nahe Augsburg entstehen individuelle und einzigartige Bad- und Interieur-Objekte aus Sand und Plastik. Die kommen direkt aus dem Drucker und sind ganz nach Kundenwunsch gefertigt. Inzwischen fragen sogar Architekten an und die ersten Objekte finden ihren Weg zum Endkunden. Bis dahin war es ein langer Weg.

Das bayerische Start-up Sandhelden fertigt im 3-D Druckverfahren Objekte für den Bad- und Interieur-Bereich und zwar aus Plastikmüll und Sand. Den Müll finden die  beiden Gründer Peter Schiffner und Laurens Faure in den Weltmeeren, denn da gibt es schließlich genug davon. Die mikrofeinen Plastikteile vergiften die Meeresbewohner und führen zum Artensterben. Viele Organisationen beschäftigen sich inzwischen mit der Reinigung des Wassers. Und was dort abgefischt wird, landet vielleicht schon bald im Drucker und wird zu einem neuen schicken Designobjekt. Die Idee dazu kam den Gründern bereits 2014, seit 2017 schließlich fertigen Sie direkt in Gersthofen ihre Objekte. 40 bis 50 sind es bereits pro Monat, die Zahlen sollen sich natürlich in den nächsten Jahren noch deutlich nach oben steigern.

Einen komplett nachhaltigen Kreislauf schaffen

Das Verfahren ist eigentlich denkbar einfach. Systematisch werden Plastikpartikel und Klebstoff aufeinander geschichtet, bis daraus ganze Objekte entstehen. Eines der ersten dieser Art war ein Waschbecken. Die Druckobjekte sind stabil, individuell weil sie nach eigenen Wünschen angefertigt werden, und natürlich zu 100 Prozenz ökologisch. Statt mit Plastik funktioniert das komplette Drucksystem auch  mit Sand. Deshalb kann der Name der Firma „Sandhelden“ überhaupt zu Stande. Um das Verfahren weiter zu verbessern haben sich die Gründer mit dem Fraunhofer-Institut zusammengetan und forschen nach neuen Möglichkeiten, die recycelten Materialien noch besser zu verwerten. Ganz nach dem Motto: Solange es einen Mehrwert hat und etwas Sinnvolles bei herauskommt, probieren wir es aus. Allein schon die Technik so weiterzuentwickeln, dass das Plastik wirklich zu 100 Prozent vom Drucker wiederverwendet werden kann war ein langer und schwieriger Prozess. Damit der Kunststoff nämlich nicht einfach schmilzt beim Druckprozess, muss es zuvor schockgefroren werden. Nun ist es den Firmengründern gelungen, auch dieses Problem in den Griff zu bekommen und damit einen wirklich nachhaltigen Kreislauf als Unternehmen zu schaffen.

Für diese außergewöhnliche wie nachhaltige Idee vergeben wir ganze 4 von 5 Stämmchen.

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