Nov 21

Als einer der größten Erdölförderer hatte Mexiko bislang kaum auf erneuerbare Energien gesetzt. Das Start-up Suema könnte das schon bald ändern. Mit Biogasanlagen, die durch Kakteen betrieben werden, soll dieser Bereich ausgebaut werden.

Grün: Kaktus- statt Erdöl

Der Feigen-Kaktus steht im Mittelpunkt der Arbeit des Start-up Suema. Das junge Unternehmen will die Pflanze nutzen, um Energie zu erzeugen. Damit könnten erneuerbare Energien endlich auch in Mexiko an Bedeutung gewinnen. Der Kaktus ist eine der bedeutendsten Pflanzen Mexikos. Er wird in den unterschiedlichsten Bereichen genutzt und ist, den Azteken zufolge, eine heilige Pflanze. Kaum eine mexikanische Küche kommt ohne ihn aus. Es wird damit gekocht, Medizin und Kosmetik hergestellt oder es werden auch Getränke produziert.

Die Verarbeitung zu den verschiedenen Produkten ist in der Regel aufwendig und bringt große Mengen nicht verwertbarer Reste zum Vorschein. Genau um diese Reste kümmert sich das Start-up Suema.

Energie aus Kaktusschalen

In einer Biogasanlage im Südosten von Mexiko-Stadt werden die Kaktusschalen erhitzt und mit speziellen Bakterien zusammengebracht. Ziel ist es, aus diesen schwer verwertbaren Resten Energie und Dünger herzustellen. Dies gelingt bereits mit diesem ausgeklügelten Verfahren.

Sobald die volle Kapazität der Anlage von Suema erreicht ist, sollen täglich mehr als eine Tonne Dünger und 170 Kubikmeter Biogas hergestellt werden. Aus dieser Menge Biogas können dann 175 Kilowattstunden Strom erzeugt werden.

Das Start-up Suema konnte die Stadt von der Idee überzeugen. Das Unternehmen bekam nahezu die gesamte Summe der Pilotanlage bereitgestellt. Die Kosten lagen etwa bei 840.000 US-Dollar. Großes Ziel ist es, weitere gleichartige Anlagen zu bauen, um den Anteil der erneuerbaren Energien zu steigern. Dieser soll bis 2050 etwa die Hälfte des gesamten Energiebedarfs ausmachen.

Auf Kaktus setzen, auch wenn genug Erdöl da ist? Finden wir mindestens 4 Stämmchen wert.

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