Jan 03

Bio-Produkte kaufen, die Umwelt entlasten, Strom sparen – das ist für viele Menschen angeblich zum festen Bestandteil des Tagesablaufs geworden. Aber trotzdem werden, häufig auch unbewusst, viele Möglichkeiten einfach ausgelassen, um die Umwelt wirklich zu schützen.

Inkonsequenz ist ein starkes Wort, das vor allem in Sachen Umweltschutz immer wieder verwendet werden muss. Einerseits achten immer mehr Menschen darauf, welche Produkte in ihrem Einkaufswagen landen, andererseits übersehen sie einfache Dinge, durch die sie die Umwelt wirklich entlasten könnten.

Wer Bio-Produkte kauft, will sich und auch der Umwelt Gutes tun. Auch Mülltrennung ist mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Aber wenn es darum geht, die nächste Wochenendtripp zu buchen, werden die einfachsten Möglichkeiten, die Umwelt zu entlasten, sehr oft übersehen. Warum muss es ein Flug sein, wenn es auch eine deutlich umweltfreundlichere Zugverbindung gibt?

Schweizer Umfrage belegt inkonsequentes Umweltbewusstsein

Vor kurzem führte das Forschungsinstitut GFS Zürich eine Umfrage zum Thema durch. Daraus ging hervor, dass mehr als die Hälfte aller Befragten (58 %) sicher sind, ein sehr hohes Umweltbewusstsein zu besitzen und entsprechend zu handeln. Nur 5 % bezeichneten sich selbst als wenig ökologisch denkend. Aber ist man am Ende wirklich umweltbewusst, wenn man Bio kauft und doch mit dem Flieger auf Inlandsreise geht?

Interessant wird es, wenn die Zahlen aus dem Projekt „Ökobeichtstuhl“ genauer betrachtet werden. Dieses Projekt läuft über das Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen der ZAHW in Wädenswil. Per App oder in einer Box können Menschen ihre Umweltsünden wie in der Kirche beichten und erfahren dann, was sie tun können, um diese spezielle Sünde wiedergutzumachen.

Die Zahlen sprechen für sich

Wer beispielsweise im letzten Urlaub nach Ibiza geflogen ist, müsste statt Fleisch 143 Mal vegetarisch essen oder 20.515 Stunden aufs Fernsehen verzichten, um diese Umweltsünde wieder auszugleichen.

Am eigenen Beispiel wird es meist deutlich, wie schwer es ist, tatsächlich umweltbewusst zu leben. Einige Veränderungen werden gern angenommen, weil sie unseren Tagesablauf kaum beeinflussen. Aber Dinge, die wirklich einen schmerzhaften Einschnitt bedeuten würden, werden meist nicht umgesetzt. Und genau darin spiegelt sie die Inkonsequenz in Sachen Umweltbewusstsein besonders deutlich wieder.

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Eine Antwort zu “Bio & Öko sind in – aber wer lebt diese Lebenseinstellung wirklich?”

  1. Weltall, Erde, Mensch - Da passt etwas nicht zusammen › Henning Uhle sagt:

    […] aber steigen morgens in unseren 200-PS-SUV, um die Kinder in die 500 m entfernte Schule zu bringen. Das ist die Inkonsequenz, mit der sich die Zivilisation herumschlägt. Oder anders gesagt: Politik, Umweltverbände und Handelskonzerne haben sich auf weniger Plastik […]

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