Apr 16

Olympia 2020 sorgt rund um die Welt für gemischte Gefühle. Der Grund: Das schwere Reaktorunglück von vor drei Jahren. Jetzt lohnt sich ein Blick in den Osten. Hat das Land reagiert und Maßnahmen ergriffen? Die aktuellen Entwicklungen Japans sind voll und ganz auf umweltunterstützende Alternativen ausgerichtet.

Die Olympischen Sommer-Spiele 2020 werden in Tokio ausgetragen. Zum ersten Mal seit den 60er Jahren. Aber ein großer Faktor ist heute nicht wie damals: 240 Kilometer Luftlinie vom Veranstaltungsort entfernt liegt Fukushima. Dieser Name ging im Zuge des großen Unglücks um die Welt: Im Frühjahr 2011 ging die Stadt durch ein starkes Erdbeben, einen Tsunami und durch das davon verursachte Schmelzen von drei Kernreaktoren in die Geschichte ein. Die Region ist und bleibt für Jahrzehnte unbewohnbar.

Grund zur Besorgnis?

Gesetzlich einwandfrei wäre es, wenn Japan circa 40 Zentimeter des Bodens abtragen könnte, um der Strahlengefahr Herr zu werden. Allerdings würde das 4 Prozent der gesamten Fläche des Landes ausmachen. Fazit: Unmöglich. Die Vorgaben werden übergangen und man ist besorgt.

Andererseits: Die Hauptstadt Tokio selbst ist nicht beeinflusst, es weißt sogar eine niedrigere Strahlenbelastung als viele andere Großstädte auf. Beispielweise auch niedriger als die Berlins. Der traditionelle Fackellauf des olympischen Feuers soll allerdings durch die Sperrzone um Fukushima führen. Ein Symbol für die Entschlossenheit seitens des japanischen Staates, das Problem Fukushima zu lösen.

Was passiert im Land der aufgehenden Sonne?

Diesen Titel nimmt Japan jetzt wörtlich. Das Land hat begonnen, langfristig zu denken. Solarenergie aber auch Erdwärme und Windkraft dominieren die Gedanken hinsichtlich der Zukunftsplanung.

Hohe Abwanderung lässt rund um Fukushima Geisterstädte zurück. Auf den Reisfeldern der ums Leben gekommenen Bauern stehen jetzt Solaranlagen. Seit dem Super-GAU wurde kein japanisches Atomkraftwerk wieder ans Netz genommen. Momentan nutzt Japan keine, absolut keine, Atomenergie. Aber der Ausstieg muss auch politisch endgültig durchgesetzt werden, was sich schwierig gestaltet.

Der japanische Staat plant 2018 das größte Windkraftwerk der Welt vor den Küsten Fukushimas zu errichten. Bereits jetzt hat Japan Deutschland in der Nutzung von Sonnenenergie überholt. Japan zeigt sich ehrgeizig. Bis 2020 soll das Land 60% seiner Energie über erneuerbare Alternativen beziehen, bis zehn Jahre später sogar 100%.

Wir sind gespannt und vergeben 3 Stämmchen.

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