Sep 01

Kohlenstoffdioxid ist als eine Bedrohung für die Umwelt berüchtigt. Jetzt kann CO2 aber Erdöl bei der Herstellung von Kunststoff ersetzen – und dessen Rolle als Rohstoff auch in anderen Bereichen übernehmen. Ganz nach dem Vorbild der Natur ist damit vielleicht eine Lösung gefunden, die überschüssigen Abgase sinnvoll zu nutzen.

„CO2“ ist ein Stichwort, das in den meisten Umweltschützern instantan die roten Alamlampen angehen lässt. Aber das könnte sich ändern. Der Klimakiller, der die Erdatmosphäre zerstört, sollte natürlich weiter reduziert werden, einmal produziertes CO2 könnte aber zukünftig produktiv genutzt werden: CO2 kann zur Herstellung von Kunststoff genutzt werden – das ist günstiger und schont Ressourcen.

Vor einiger Zeit stellten Siemens und BASF einen Staubsauger mit „green power“ vor. Dabei ging es ausnahmsweise nicht um Energieeffizienz in der Nutzung, sondern um die Herstellung des Geräts. Vielmehr: Der Kunststoff für das Gehäuse der Haushaltshilfe wurde mit Hilfe von Kohlenstoffdioxid hergestellt. Eine halbe Tonne Klimagas kann zur Produktion von einer Tonne Plastik genutzt werden.

CO2-Nutzung in vielen Bereichen

Auch die Nutzung von CO2 als Betriebsstoff für Kraftwerke, Zementfabriken und Chemieanlagen ist vorstellbar. Damit würde es das knappe Erdöl als Rohstoff für diese Zwecke ablösen. Einige fortschrittliche Unternehmen entwickeln inzwischen auch schon andere Verwendungen für das Gas: Kraftstoffe für Autos, Kunstdünger, Nagellack und vieles mehr. Das Bundesforschungsministerium begrüßt und unterstützt diese Entwicklung und fördert entsprechende Projekte aktuell mit 100 Millionen Euro.

Warum diese Vorgehensweise nicht schon lange etabliert ist? Das Problem liegt in der Chemie: CO2 ist träge, es muss zur Reaktion gezwungen werden, was viel Energie fordert. Deshalb ist ein Katalysator nötig, der den Energieaufwand senkt. Die meisten Ideen in die Richtung, CO2 so zu nutzen, scheiterten deshalb bislang an fehlenden Katalysatoren. Erst jetzt, nach jahrzehntelanger Suche, ist eine Lösung gefunden, Kunststoff so herzustellen. Natürlich darf auch nie vergessen werden: So rücksichtsvoll Kunststoff auch hergestellt wird – Plastik an sich ist und bleibt nicht umweltfreundlich.

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