Mai 04

Ein 19-jähriger hat sich jetzt kurzerhand dem Kampf gegen den weltweit überhand nehmenden Plastikmüll in den Meeren angenommen. Boyan Slat will unsere größten, flüssigen Ökosysteme großflächig mit einem riesigen schwimmenden Filter von Kunststoffen aller Art befreien, die dort nicht hingehören.

Große Ziele erfordern große Maßnahmen. Der Student Boyan Slat ist leidenschaftlicher Taucher. Auf vielen seiner Tauchgänge begegneten im Massen an Müll, wie er berichtet. Habe man diese Mengen nicht selbst gesehen, so Slat, sei das Ausmaß einfach nicht zu erahnen. So entstand die anspruchsvolle Idee, die Weltmeere von dieser Last zu befreien. Mit den Worten „Why don’t we just clean it up? – Warum räumen wir es nicht einfach auf?“ bringt er seine abwerwitzig anmutende Idee auf den Punkt. Schwimmende Filter, die am Meeresboden befestigt sind, sollen Plastikteilchen aus dem Wasser fischen, der so gewonnene Kunststoff wird in Behältern gesammelt und später verkauft. Nach Berechnungen des jungen Mannes solle der Bau mehrerer solcher Filter-Anlagen sogar Profit bringen.

Ökologisch sind die Unmengen Plastik weltweit ein tickende Zeitbombe. Am schlimmsten ist die Tierwelt betroffen. Viele Fische nehmen die Kunststoffe auf und verenden daran. Rund 100 Millionen Tonnen Plastikmüll, so Schätzungen, haben sich beispielsweise bereits in einem Strudel im Nordpazifik angesammelt. In solchen Strudeln wird das Plastik wie in einer Mühle zu staubgroßen Teilen zerkleinert. Die so entstehenden Partikel enthalten giftige Stoffe, die langfristig die Ökosysteme der Meere signifikant negativ zu beeinflussen. Bei Fischen kann sich so das Erbgut verändern und die Entstehung von Krebs fördern. Sogar das Plankton, eine sehr wichtige Nahrungsquelle für Fische, assimiliert diese Partikel. Auf diese Weise klettert das Plastik die Nahrungskette hinauf, bis zum Menschen. Auch hier werden Schäden für das Erbgut sowie Fehlgeburten und Behinderungen als Folge betrachtet.

Wir finden die Idee und das Engagement des jungen Studenten beeindruckend. Selbst wenn noch nicht ganz klar ist, wie zum Beispiel Beifang in diesen Filtern vermieden werden soll – weltbewegende Erfindungen werden nicht mit und von Bedenkenträgern sondern von Visionären gemacht. Weitere Fakten zu Boyan Slats Projekt finden Sie in den Veröffentlichungen der Wirtschaftswoche, n-tv und ProSieben.

Weiter so. Von uns stabile 5 Stämmchen.

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Eine Antwort zu “19-jähriger sagt Plastikmüll in Weltmeeren den Kampf an”

  1. 123energie sagt:

    Wir finden dieses Projekt ebenfalls sehr beeindruckend. Beifang kann durch große Trichter, die als Auffangbecken dienen, vermieden werden. Fische können so einfach wieder herausschwimmen: http://blog.123energie.de/nachhaltiges-okostrom-projekt-im-kampf-gegen-plastikmull-im-meer/

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