Mrz 15

Murphys Gesetz sagt im Grundsatz „Was passieren kann, wird passieren“. Es sei nur eine Frage der Zeit. Wer unter diesem Gesichtspunkt eine kritische Risikoabschätzung vornimmt, erhält wertvolle Handlungsanweisungen das eigene Leben zu organisieren. Darin stecken aber auch Botschaften, wie gesellschaftliches Leben am besten organsiert und gestaltet werden sollte. Wir wenden „Murphy“ angesichts der aktuellen Situation in Japan auf die Herausforderungen an unsere Energiepolitik an.

Was gerade in Japan nach Jahrhundert-Erdbeben, Tsunami und jetzt auch noch atomarer Supergau-Bedrohung passiert, treibt jedem empathischen Menschen das Wasser in die Augen. Und nach dem was man medial beobachten darf, ist es unglaublich beeindruckend, wie die so hart von Naturgewalten heimgesuchte japanische Bevölkerung mit dem eigenen bzw. kollektiven Schicksal umgeht.

Die neue AKW-Laufzeit-Debatte hat freilich auch mit Murphys Gesetz zu tun. Denn genau darum geht es, wenn man kritisch Risiko abwägend, verantwortlich und im Sinne des Gemeinwohls handelt. Regierungsverantwortliche befinden sich stets in ständiger Abwägung zwischen Finanzierung verantwortlichen Regierungshandelns,  Lobbydruck bzw. der Notwendigkeit von Wertschöpfung. Und dabei ständiger (!) Kosten-/Nutzen-/Risiko Abwägung. In Sachen Kernenergie kann es langfristig nie einen Kompromiss gegeben haben: die Technologie ist langfristig nicht der Weg dieser Welt.

Kernkraft ist nicht beherrschbar. Und angesichts der Folgen eines – immer möglichen – GAU kann es keine Zukunftstechnologie sein. Die Implikationen von Murphys Gesetz sind in Sachen Kernenergie einfach zu drastisch und unerbittlich. Mehr denn je geht es jetzt um eine politische Vision und einen umfassenden Etappenplan hin zur einhundertprozentigen Deckung des Energiebedarfs aus regenerativen Energien. Ein interessantes Dokument in dm Zusmamenhang ist der Atomkraftwerke-Gefährdungsatlas. Achtung: Dies ist kein politisches Statement sondern ein Appell an die Vernunft der Entscheider. Jenseits aller Finanzierungsfragen. Übrigens: Ein Fokus in Richtung Forschung bezüglich regenerative Energien und vor allem Speichertechnologie brächte Deutschland dorthin wo ein Land ohne Rohstoffe hingehört: in die Vorreiterrolle in Sachen Innovationen. Wir würden uns Ihre Meinungen hierzu wünschen.

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3 Antworten zu “Was Murphys Gesetz uns im März 2011 lehrt …”

  1. A. Weller sagt:

    Hallo Printzipia-Team,
    Murphy ist schon bezogen auf die atomare Endlager-Problematik die Grundlage nein zu sagen. Das ist doch logisch. Wären die Weichen früher gestellt worden, hätten wir längst sauberere Lösungen.
    Gute Grüße
    Armin

  2. Ulrich M. sagt:

    Guten Tag,
    Japan mit Westeuropa zu vergleichen ist unredlich. Das sind andere Bedingungen. AKW abschalten ist so eine wohl klingende Forderung, dass die unmittelbaren Folgen schnell vergessen werden. Ganz so einfach isses halt nicht. Wenn auch „anzugehen“ das Thema.

  3. admin sagt:

    Hallo zusammen,
    „Volkes Stimme“ formiert sich gerade u. a. auf Facebook (inkl. interessanter Quellen):
    http://www.facebook.com/GegenAtomkraft
    Dies nur als Ergänzung
    Euer Team Printzipia

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