Jul 26

Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbands, hat jetzt ein Ende der Patentierungsmöglichkeit von Pflanzen und Tieren verlangt. Ein entsprechendes Verbot gehöre zwingend in die Biopatentrichtlinie der Europäischen Union. Die mahnenden Worte richten sich direkt an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, die sich in Brüssel für eine Änderung der vorherrschenden Richtlinie einsetzen solle.

Dass Tiere oder Pflanzen niemals “patentiert” werden können - vor 50 Jahren hätte man das wohl als Binsenweisheit angesehen. Dass dem niocht so ist und eine solche Entwicklung drastische Folgen haben kann, unterstrich in den letzten tagen wiederholt der Deutsche Bauernverband. Es könne nicht gewünscht sein, dass irgendwann Konzerne und Aktionäre über Tier- und Pflanzenzucht und damit über die Schöpfung bestimmten. Bauernpräsident Sonnleitner spricht von unzulässigen “Eigentumsrechten an der Schöpfung” und unethischen Zuständen.

Der Hintergrund: Momentan berät das EU-Patentamt über zwei Pflanzenpatente. Eines wurde 2002 von dem britischen Unternehmen “Plant Bioscience” für eine Brokkolisorte angemeldet, so Associated Press. Die Sorte habe einen außerordentlich hohen Gehalt an Senföl, welches vor Krebs schützen solle. Das zweite Patent stammt vom israelischen Landwirtschaftsministerium und zielt auf eine Tomatensorte mit sehr geringem Wassergehalt. Beide Fälle sind nicht gentechnisch veränderte Sorten.

Grundsätzlich fordert der Baunernverband, klassische Züchtungsverfahren von jeglicher Patentierung frei zu halten. Man müsse sich mit der prinzipiellen Frage auseinandersetzen, was als nicht patentierbare Züchtung bezeichnet und ab wann Verfahren als technisch einzustufen seien, so dass sie patentierbar seien. Derzeit sehe die Biopatentrichtlinie keine klare Definition vor und postuliert, dass “im wesentlichen biologische” Züchtungsverfahren nicht zu patentieren sind. Weitere Informationen bei Yahoo News und dem Deutschen Bauernverband.

Jul 25

Ein aktueller Artikel der Mainpost berichtet über die Beschleunigung des Projekts Desertec. Demnach soll bereits ab 2015 Strom aus der marokanischen Wüste nach Europa fließen. Der projektierte Energiepark ist die erste solarthermische Anlage in Zentralmarokko und soll eine Größenordnung von 250 Megawatt haben.

Größer als die derzeit größte Solar-Anlage, die in der US-Amerikanischen Mojave-Wüste steht ist die Vision des Desertec-Startprojekts in Marokko. Damit wurde von den Verantwortlichen ein Areal mit starker  Sonneneinstrahlung geringem Staubaufkommen gewählt. So wird Desertec-Chef Paul van Son von der Mainpost zitiert.

Die Vision Desertec sieht vor, vorerst einen Teil des Stromverbrauchs nordafrikanischer Länder aus Wind- und Solarkraft zu gewinnen. Dieses zunächst als Zuschussgeschäft geplante Projekt baut drauf, dass die Kosten schneller sinken werden als Pessimisten vorhersagen, so der Mainpost-Artikel. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass Forschung und Nutzung poltische auf ein neues Fundament gehoben werden. im chronologisch nächsten Schritt soll zusätzlicher Strom hergestellt werden, der über Gleichstrom-Leitungen seinen Weg nach Europa finden soll. Im Klartext bedeute dies: Zum Ausklang des Jahres 2015 könnte Europa erstmals von Wüstenstrom profitieren. Als größte Engpässe gelten in der Branche Speicherung und Transport von regenerativ erzeugter Energie. Weitere Informationen bei der Mainpost und der Süddeutschen.

Jul 07

Die vollständige Stromversorgung Deutschlands über regenerative Energien ließe sich bis zum Jahr 2050 realisieren. Die aktuelle Studie des Umweltbundesamtes legt implizit nahe, dass daher eine Verlängerung der Kernkraftwerks-Laufzeiten nicht notwendig sei.

Energiepolitik unterliegt immer auch stark dem Lobbyimus, das ist eine Binsenweisheit. Unabhängige Studien können aber zumindest argumentatives Futter liefern, interessenbasierte Behauptungen zu relativieren. Die heute vorgelegte Studie des Umweltbundesamts, die im morgigen Stern oder heute bereits online veröffentlicht wird, bildet jetzt ein Szenario ab, in dem alle Regionen Deutschlands ihr volles Potenzial in Sachen regenerative Energienutzung ausschöpfen und gleichzeitig ein innerdeutscher Stromaustausch Platz greift.

Die Studie zeige, dass die Stromversorgung bis zum Jahr 2050 komplett auf erneuerbaren Energien basieren könne, es brauche nur den politischen Willen. Eine Versorgungssicherheit sei bis dahin vollständig zu gewährleisten, so Umweltbundesamt-Präsident Jochen Flasbarth. Die derzeit diskutierte Verlängerung der AKW-Laufzeiten liefere in der Studie keinen Beitrag zur Erreichung dieses postulierten Ziels. Kernkraft sei weder dienlich noch hilfreich.

Dennoch ist konsequentes Handeln gefragt. Um die Stromversorgung umzugestalten, müssten Versorger-Netze und Speichersysteme stark ausgebaut werden. Zudem müssten alle Möglichkeiten, Strom einzusparen, ausgeschöpft werden. Eine große Rolle spielt hier eine verbesserte Gebäudedämmung. Aber auch Lastmanagment und Speicheroptionen spielen eine große Rolle auf dem Weg zur vollständig regenerativen Stromversorgung. Politische Weichenstellungen seien hierzu allerdings unabdingbar. Über 100 Umwelt- und Verbraucherschützer und Entwicklungshilfsorganisationen, so der Stern, forderten jetzt die Bundesregierung auf (Zitat), “endlich auf die unzähligen Studien und Gutachten der Experten zu hören, statt Interessenpolitik für EnBW, Eon, RWE und Vattenfall zu betreiben”. Weitere Informationen bei Stern online.

Jul 05

Was Flashmobs sind, sagt uns Wikipedia: Kurze, impulsive Menschenaufläufe an einem oder mehreren öffentlichen Orten, deren Teilnehmer sich spontan online über Online-Communitys, Blogs, Newsgroups oder per Handy verabreden. Zweck sind kollektive und direkte Aktionen mit einfachem “Happening-Charakter”, politischem und/oder sozialem Hintergrund. Nun gibt es seit einiger Zeit ein Umweltpendant, das von den Protagonisten als Carrotmob bezeichnet wird. Die Karotte - Carrot - steht hier für die Umweltschutz-Motivation des Carrotmob.

Der erste Carrotmob Hamburgs fand jetzt bei dem türkischen Obst- und Gemüsehändler Yesilimirk in der Schanzenstraße 5 in 20357 Hamburg statt. Die Devise: Türkisch Einkaufen für das Klima! Aktuelle Infos im Facebook Profil der Karotten-Aktivisten. Der Händler Senel Aktas hatte sich aufgrund besonderen Engagements für den Klimaschutz für die Aktion qualifiziert. Der Nutzen: Neben jeder Menge Publicity sind ganz konkret 700 Euro zusammen gekommen für den Türken. Die Einzelaktion wäre sicher kaum der Rede wert. In der Summe können solche Aktionen aber ein größeres Potenzial aktivieren und in größeren Städten den Richtigen höhere Umsätze bescheren. Ach ja, bei uns gibt’s die Stämmchen. Bei den Carrotmobs weisen die Pappmöhren den Anhängern den Weg. Nochwas: Wer selbst sowas vorhat kann hier mal nachlesen: Idee Carrotmob.

Prinzip Carrotmob: Ist uns gute 3 Stämmchen wert.


Jul 02

In manchen, laut dem freien Wiki Esowatch, esoterisch anmutenden Zirkeln wird derzeit eine Theorie diskutiert, die unser Weltbild verändern könnte, so denn was dran ist. Die provokativ-deftige Behauptung: Erdöl sei grundsätzlich ein regenerativer, also nachwachsender Energieträger”! Stellen wir’s einfach neutral zur Diskussion:

Das Ende des Ölzeitalters wurde in den siebziger Jahren zirka um die Jahrtausendwende prognostiziert. Dass das schwarze Gold nach wie vor sprudelt und immer neue Vorkommen aufgetan werden, ist eine dem faktisch entgegen stehende Tatsache. Aktuelle Studien gehen nun davon aus, dass die Erdölvorkommen erst in rund 30 bis 40 Jahren zur Neige gehen. Dass diese Verknappungsprognosen die Ölpreise und damit die Profite der Ölkonzerne konstant halten bzw. zu steigern in der Lage sind, erschließt sich jedem Marktwirtschaftler. Der Umkehrschluss eines “Kartells des Bösen” ist allerdings nicht minder spekulativ. Worum geht es?

Fakt ist, dass die derzeitige Lehrmeinung davon ausgeht, Erdöl entstehe durch abgestorbene Biomasse unter Druck & Hitze im Bereich des Erdmantel. Dieser biologische Ursprung des Öls impliziert die Endlichkeit des Vorkommens. Ans Tageslicht gezogen wird jetzt die Theorie eines Wissenschaftlers, der in den fünfziger Jahren Erdöl einen nicht-biologischen Ursprung attestierte. Die Annahme: Ölfelder bildeten sich durch natürliche, chemische Prozesse im Erdinneren. Entspräche dies der Wahrheit könnte man von nicht-endlichen bzw. klassisch regenerativen Vorkommen ausgehen.

Die der geltenden Lehrmeinung des biologischen Erdöl-Ursprungs widerstreitende Theorie wirkt gewagt aber nicht absurd: Laut NASA ließen sich beispielsweise Beweise für eine nicht-biologsche Ölentstehung auf dem Planeten Mars nachweisen, so die Freie Allgemeine. Die für die Entstehung von Methan auf dem Mars verantwortlichen, selbstredend nicht-biologischen Reaktionen ließen dann weiter auch darauf schließen, dass die regenerative Entstehung von Erdöl auf dem Mars grundsätzlich denkbar sei. Öl sei, so die kolportierte Meinung, auf dem Mars nur nicht entdeckt worden bislang, da es schlicht komplizierter nachzuweisen sei als Methan. Wie gesagt: Klingt weit hergeholt. Weiß jemand mehr? Wir stoßen das nur aus grundsätzlichem Interesse an.

Weitere Informationen im polarisierenden Onlinemagazin Freie Allgemeine des Verlags Public Lounge,  dessen Arbeit teils kritisch diskutiert wird. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die hier aus Drittquellen aufgearbeiteten Informationen in keiner Weise unserer Meinung entsprechen, sondern lediglich eine wertfreie journalistische Reflexion von öffentlich zugänglichen Online-Artikeln darstellt.

Jul 01

Im Rahmen eines Feldtests schickt die EnBW ab 1. Juli 500 Elektrofahrräder, sogenannte E-Bikes, in die Region Stuttgart. Die elektrisch betriebenen Zweiräder sollen über ein Jahr lang Mobilitätsverhalten, Reichweiten und notwendige Ladezeiten messen. Das vom Bundeswirtschaftsministerium gesponserte Projekt soll Erkenntnisse bringen in Sachen zukunftsfähige Infrastruktur.

“Deutschlands größte Elektroflotte“ bringt eigenen Worten zufolge jetzt die EnBW in Stuttgart auf die Straße. Der Energiekonzern beteiligt sich auf diese Art mit einer der empirischen Forschung dienlichen Elektro-Fahrrad-Flotte an der „Modellregion Stuttgart“. Als eine von bundesweit acht Elektromobilitäts-Regionen wird das Projekt “500 E-Bikes”vom BMWi gefördert. Laut Stuttgarter Nachrichten wolle man so
Weichen stellen für einen einheitlichen europäischen, infrastrukturellen Standard.

für E_Mobilität - unabhängig von Herstellern. Die 500 mit der Nutzung der E-Mobile beauftragten Protagonisten messen ein Jahr lang das eigene Mobilitätsverhalten. Quellen: Bundesverband e-Mobilität e. V., Radio 7.

Netter Ansatz. Ist uns 3 Stämmchen wert.